Apple Pay, Amazon Go und Co.

Wie bezahlen wir in Zukunft?

published: 10.02.2019

Klassische Kassen gibt es im Supermarkt von Amazon nicht mehr (Foto: Erica.com / Shutterstock.com) Klassische Kassen gibt es im Supermarkt von Amazon nicht mehr (Foto: Erica.com / Shutterstock.com)

Es ist ein Vorgang, den jeder Mensch wohl hunderte Male in seinem Leben macht: Bezahlen - an der Kasse oder online. Doch diese Alltagssituation wandelt sich gerade. Der Trend geht weg vom Bargeld und hin zu anderen Bezahlmöglichkeiten. Obwohl in Deutschland noch oft der Spruch "Nur Bares ist Wahres" bemüht wird - bargeldloses Bezahlen ist auf dem Vormarsch. Welche Möglichkeiten gibt es schon heute, und wie bezahlen wir in einigen Jahren? Pointer wagt einen Blick in die Zukunft.
 

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Datenschutz


Mobiles Bezahlen: Apple Pay und Google Pay

Seit wenigen Monaten gibt es auch in Deutschland die mobilen Bezahlsysteme Apple Pay und Google Pay. Dabei nutzt man ein Smartphone oder eine Smartwatch zum Bezahlen. Diese hält man einfach ans Kassenterminal, wartet eine Sekunde aufs Piepen - und schon ist der Einkauf bezahlt. Möglich macht diesen schnellen Vorgang das sogenannte Mobile Payment. Es basiert auf einem technologischen Standard namens NFC, der schon seit einigen Jahren bei vielen Kassenterminals funktioniert. So kann man schon länger kontaktlos mit den meisten Kreditkarten bezahlen, indem man diese nur kurz ans Lesegerät hält.

Das Smartphone fungiert beim mobilen Bezahlen als Kreditkarte und kann so ebenfalls zum kontaktlosen Bezahlen genutzt werden. Der Vorteil ist, dass man seine Kreditkarte gar nicht mehr mitnehmen muss, weil diese im Smartphone gespeichert ist. Zahlungen müssen mit einem Code, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung autorisiert werden und sind damit sicher vor Missbrauch. Beim mobilen Bezahlen werden außerdem weniger Daten an den Händler übermittelt als bei der normalen Kartenzahlung. Dafür ist mit Apple beziehungsweise Google noch ein weiterer Dienstleister am Bezahlvorgang beteiligt.




Amazon Go - ein Supermarkt ohne Kasse

In den Supermarkt gehen, Waren aus den Regalen direkt im Rucksack verstauen und einfach wieder rausgehen: Das klingt erstmal nach Diebstahl, ist es aber unter Umständen nicht. Denn solange die Worte Amazon Go über diesem Supermarkt prangen, ist dieser Vorgang vollkommen legal. Amazon Go ist eine Supermarktkette des Online-Versandhändlers Amazon. Einkaufen funktioniert hier ganz ohne Kassen. Beim Betreten einer Filiale muss man sich einchecken. Dafür muss man sich eine App herunterladen und den QR-Code am Eingang einscannen. Danach kann man frei shoppen gehen und die Waren direkt einstecken. Denn über Sensoren und Kameras trackt Amazon das Verhalten der Kunden.

Das bedeutet, dass alle Handlungen im Laden erfasst werden. Nimmt man sich eine Ware aus dem Regal, wird sie automatisch dem virtuellen Einkaufskorb hinzugefügt. Stellt man etwas wieder zurück ins Regal, verschwindet dieser Posten auch wieder aus der App. Wenn man mit dem Einkaufen fertig ist, verlässt man den Laden einfach. Die Kosten werden dann automatisch mit dem Amazon-Account des Kunden verrechnet. Noch gibt es nur sehr wenige Filialen, die erste wurde Anfang 2018 in Seattle eröffnet. Nach Europa hat es Amazon Go noch nicht geschafft. In den nächsten drei Jahren sollen aber über 3000 neue Filialen eröffnet werden.

So funktioniert Amazon Go



Was ist mit Datenschutz?

Gerade ein Konzept wie Amazon Go weist große Probleme bezüglich des Datenschutzes auf. So ist es fraglich, ob eine derartige Verhaltensbeobachtung des Kunden im Laden erstrebenswert ist. Mobile Payment ist dagegen deutlich anonymer. Insbesondere bei Apple Pay werden Zahldaten verschlüsselt und lassen keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen zu. Google Pay sammelt mehr Daten, verwendet diese laut eigener Aussage aber nicht für die Optimierung von personalisierter Werbung oder andere derartige Zwecke. Das könnte sich aber ändern. Datenschutz ist also ein wichtiges Thema, wenn es um die Zukunft des Bezahlens geht. Sicherer als Bargeld sind die neuen Systeme zwar schon, doch mit Bargeld kann man immer noch am anonymsten bezahlen. Die Zukunft scheint aber weg vom Bargeld zu gehen. Das zeigen beispielsweise Länder wie Schweden, wo nur noch unter 20 Prozent der Transaktionen bar erfolgen. In Deutschland sind es noch knapp drei Viertel.
 

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Datenschutz


Welcher Trend setzt sich durch?

Allein aus Kostengründen dürften klassische Kassen in Zukunft deutlich weniger werden. Schon heute setzen Ketten wie Edeka, Decathlon oder Ikea auf Selbstbedienungskassen. Dort scannt man seine Waren selbst ein. Das spart die Kosten für einen Mitarbeiter an der Kasse. Amazon Go ist der nächste Schritt zum kassenlosen System, hat aber Probleme mit dem Datenschutz. Vorstellbar dürfte aber tatsächlich sein, dass man seinen Einkaufswagen einfach durch einen Lesegerät schiebt, das automatisch alle Waren scannt. Ob die Bezahlung dann direkt in einer App oder über Systeme wie Apple Pay oder Google Pay erfolgt, bleibt abzuwarten. Am Ende entscheidet aber vermutlich auch der Kunde, wie und ob er sein Bezahlverhalten ändert.

Welche Studiengänge befassen sich mit neuen Zahlungsmöglichkeiten?

In diesen Studiengänge geht es unter anderem auch um neuartige Möglichkeiten zu bezahlen.

● E-Commerce (u.a. FH Wedel): Den Bachelor- und Masterstudiengang bieten viele Hochschulen deutschlandweit an. Die Schwerpunkte liegen bei den Themenfeldern Informatik und Wirtschaft. Neben Strategien für den Online-Handel geht es auch um neue Bezahlmöglichkeiten. Mehr Infos findest du hier.
● BWL-Digital Business Management (u.a. DHBW Karlsruhe): Den Bachelorstudiengang bieten einige Hochschulen in Deutschland an. Im Studium steht die Digitalisierung der Wirtschaft im Vordergrund und die Folgen, die sich daraus ergeben. Betriebswirtschaftliche Inhalte werden genauso vermittelt wie IT-Kenntnisse. Auch die neuen digitalen Zahlungsmöglichkeiten werden während des Studiums ausführlich besprochen. Mehr Infos findest du hier.

Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

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