In Deutschland gibt es wenig freies WLAN, so eine Studie des Fraunhofer-Instituts zur Digitalisierung (Foto: Georgejmclittle / Shutterstock.com) In Deutschland gibt es wenig freies WLAN, so eine Studie des Fraunhofer-Instituts zur Digitalisierung (Foto: Georgejmclittle / Shutterstock.com)
Studie

Maue Digitalisierung in Deutschland

Deutschland hat kaum WLAN-Hotspots und ist wenig interessiert an sozialen Medien. So lauten zwei Ergebnisse der Studie "Deutschlandindex der Digitalisierung 2019" des Fraunhofer-Instituts, über die zuerst "tagesschau.de" berichtete. Auch das Angebot von Online-Verwaltungsleistungen ist dürftig. Am besten steht es hierzulande noch in den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen um die Digitalisierung. Auch Nordrhein-Westfalen liegt republikweit im oberen Bereich.

Freies WLAN

Gratis-WLAN-Hotspots sind super - nicht nur wenn man auf Reisen ist. Auch wenn man in der eigenen Stadt unterwegs ist, freut man sich, wenn man das eigene Datenvolumen schonen und fix kostenloses WLAN nutzen kann. Doch das ist in Deutschland selten. In den Stadtstaaten sowie Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern kann man immerhin überdurchschnittlich oft umsonst ins Netz. Traurig sehen die Ergebnisse der Erhebung dagegen in Schleswig-Holstein, Thüringen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aus.
 


Online-Verwaltung

Die Wissenschaftler ermittelten, ob die fünf nachgefragtesten Verwaltungsleistungen online angeboten wurden. Das Ergebnis: Über 40 Prozent der untersuchten Kommunen bietet keine dieser Leistungen online an. Wurde eine Leistung im Netz angeboten, so handelte es sich meistens um die Gewerbeanmeldung. Dies war in rund 37 Prozent der Kommunen im Internet möglich. Eine Melderegisterauskunft konnte man in 31 Prozent der Kommunen online erhalten. Deutlich seltener wurden die KFZ-Anmeldung (15 Prozent), ein Bauantrag (10 Prozent) oder ein Wohngeldantrag (5 Prozent) angeboten.
 


Social Media

Heute nutzen laut der Studie weniger Menschen in Deutschland soziale Medien als noch vor zwei Jahren. Regional gibt es dabei deutliche Unterschiede. Während in Rheinland-Pfalz 60 Prozent Instagram, Twitter, Facebook usw. verwenden, sind es in Brandenburg lediglich 38 Prozent. In allen neuen deutschen Bundesländern außer Berlin liegen die Werte unter 50 Prozent. Die mobile Internetnutzung insgesamt nahm jedoch insgesamt stark zu.

Digitale Infrastruktur

Was die digitale Infrastruktur betrifft, so ist die Bundesrepublik von einer angestrebten Gesamtabdeckung mit schnellen Breitbandanschlüssen noch weit entfernt. Dies trifft auch auf die gut abschneidenden Flächenländer zu. Insbesondere Glasfaseranschlüsse spielen noch fast keine Rolle.

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Die Autorin: Heike Kevenhörster
Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Karateka, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.