Neuer Mobilfunkstandard

5G: Daten­über­tragung fast in Echtzeit

published: 18.03.2019

5G ermöglicht neue Formen der Vernetzung (Foto: metamorworks/Shutterstock.com) 5G ermöglicht neue Formen der Vernetzung (Foto: metamorworks/Shutterstock.com)

Der neue Mobilfunkstandard 5G steht in den Startlöchern und sorgt in Deutschland für viele politische Debatten. Was das ultraschnelle Mobilnetz kann und welche Vorteile es mit sich bringt, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist 5G?

5G steht für die fünfte Mobilfunkgeneration. Mit 5G werden bisherige Digitalstandards wie UMTS (3G) oder LTE (4G) auf Dauer abgelöst. Dank einer maximalen Geschwindigkeit von 10 Gbit pro Sekunde ist 5G rund hundert Mal so schnell wie das aktuell weit verbreitete LTE. Der neue Mobilfunkstandard ermöglicht außerdem deutlich kürzere Latenzzeiten. Latenz bezeichnet die Zeit, die eine Nachricht für den Weg vom Sender bis zum Empfänger benötigt. Diese Zeit soll mit 5G bei unter einer Millisekunde liegen - damit ist Datenübertragung quasi in Echtzeit möglich. Die Netzkapazität wird deutlich erhöht, sodass noch mehr Geräte gleichzeitig angesprochen werden können. Des Weiteren ist der Stomverbrauch bei 5G um 90 Prozent niedriger als bei bisherigen Mobilfunkstandards.

5G kurz erklärt


Wofür wird 5G benötigt?

5G ist ein dringend notwendiger Standard für die Industrie 4.0. Unternehmen können das schnelle Netz in Fertigungshallen nutzen und beispielsweise Präzisions-Roboter steuern. Durch die geringen Latenzzeiten kommt es schließlich nahezu zu einer Echtzeitübertragung. Das ist beispielsweise für selbstfahrende Autos wichtig, bei denen schon geringe Verzögerungen im Datenverkehr problematisch sind. Autonomes Fahren ist schon lange in der Entwicklung und soll in Zukunft kommen. Mit 5G rückt diese Vision ein gutes Stück näher.
 

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Was sind die Vorteile für Privatpersonen?

Dass das Laden von Internetseiten mit 5G noch schneller wird, ist für die meisten Nutzer wahrscheinlich nicht so bedeutend. Bei Uploads oder Downloads sieht das allerdings schon anders aus. Denn mit dem neuen Mobilfunkstandard können beispielsweise Spielfilme in wenigen Sekunden heruntergeladen werden. Lange Wartezeiten gehören damit auch mobil der Vergangenheit an. Das gilt selbst dann, wenn große Menschenmassen sich an einem Fleck befinden. Bisher brach das Mobilfunknetz regelmäßig zusammen, wenn viele Menschen sich gleichzeitig einwählten, beispielsweise bei einem Konzert. Da 5G deutlich größere Netzkapazitäten bietet, dürften Probleme dieser Art in Zukunft nicht mehr auftreten. Doch bevor man mit dem Smartphone im 5G-Netz surfen kann, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Zwar gibt es schon erste Smartphones, die 5G unterstützen. Doch hierzulande wird der Netzausbau noch dauern.
 

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Wie ist die Lage in Deutschland?

In Deutschland startet am 19. März die Versteigerung der Frequenzen für 5G in einem Bieterverfahren. Verantwortlich dafür ist die Bundesnetzagentur, die mit Erlösen in Milliardenhöhe rechnen kann. Ob die Auktion wirklich zeitnah beginnen konnte, hing eine Zeitlang in der Schwebe. Mehrere Netzanbieter wie die Deutsche Telekom oder Vodafone hatten gegen die Auktion geklagt. Sie bemängeln ungenaue Formulierungen in den Bedingungen der Netzagentur. Auch der Anbieter Freenet reichte einen Eilantrag ein. Das Unternehmen befürchtete, dass ihm der zukünftige Zugang zu Netzen durch schwammige Formulierungen erschwert werde. Das zuständige Gericht lehnte am 15. März alle Anträge ab. Die Versteigerung kann damit wie geplant am 19. März starten.
 

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Die Versteigerung von Frequenzen kann man auch insgesamt kritisch sehen. Denn die Netzbetreiber werden die dadurch entstehenden Kosten höchstwahrscheinlich auf die Kunden abwälzen. Außerdem braucht der Prozess viel Zeit, wodurch Deutschland im internationalen Vergleich ins Hintertreffen gerät. Aktuell wird außerdem darüber debattiert, ob die Bundesregierung dem Netzwerkausrüster Huawei Zugang zum 5G-Ausbau gewähren soll. Den Chinesen werden enge Verbindungen zu der Regierung in Peking unterstellt. Darin sehen unter anderem die USA eine große Gefahr, die Deutschland deswegen auffordern, Huawei auszuschließen. Die endgültige Entscheidung der Bundesregierung dazu steht noch aus.

Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

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