Mobilität der Zukunft

Flugtaxis - in der Luft ist noch Platz

published: 20.04.2019

Schon in wenigen Jahren sollen Flugtaxis über großen Städten fliegen (Foto: Volocopter) Schon in wenigen Jahren sollen Flugtaxis über großen Städten fliegen (Foto: Volocopter)

Vor etwa einem Jahr musste die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, viel Häme und Spott über sich ergehen lassen. Der Grund: In einem ZDF-Interview sprach die CSU-Politikerin von Flugtaxis, anstatt auf die Internetprobleme in Deutschland einzugehen. Doch ganz so abwegig war ihre damalige Vision nicht. Denn erste Flugtaxis gibt es bereits, sie werden entwickelt und dürften in einigen Jahren durch die Luft großer Metropolen fliegen. Deutschland ist einer der Vorreiter bei der Entwicklung der Passagier-Drohnen. Pointer zeigt dir, welche Unternehmen an Flugtaxis arbeiten und wie sie unsere zukünftige Mobilität verändern können.
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Präsentation des City-Airbus

Eventuell verspürte Dorothee Bär, rund ein Jahr nach besagtem ZDF-Interview, etwas Genugtuung. In Ingolstadt war sie am 11. März zusammen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei der Vorstellung des sogenannten City-Airbus anwesend. Dabei handelt es sich um ein Flugtaxi des europäischen Luftfahrtkonzerns, das im Frühjahr dieses Jahres wohl seinen ersten Testflug startet. Ab 2025 soll der Quadrocopter für kommerzielle Zwecke einsetzbar sein. Der City-Airbus wird bis zu 300 Meter hoch fliegen können, mit einer Geschwindigkeit von rund 100 Stundenkilometern. Das Flugtaxi ist für vier Passagiere konzipiert. Diese können sich komfortabel durch die Luft fliegen lassen, anstatt im Straßenverkehr stecken zu bleiben.

So sollen Volocopter funktionieren


Start-ups sind schon sehr weit

Der City-Airbus ist aber keinesfalls Vorreiter auf dem Markt der Flugtaxis. So ist das baden-württembergische Startup Volocopter schon seit einigen Jahren dabei, ein massentaugliches Flugtaxi zu entwickeln. Volocopter heißt das Fluggerät, das zwei Menschen auf festen Routen bis zu 27 Kilometer weit fliegen kann. Die Drohne besitzt 18 Rotoren und fliegt senkrecht in die Luft. Sie wird vollelektrisch angetrieben und ist damit auch emissionsfrei. Bereits vor zwei Jahren testete das deutsche Start-up den Volocopter in Dubai. Dort flog das Flugtaxi autonom und ohne Bemannung über die Straßen der Wüstenstadt. Bis zu 10.000 Passagiere möchte das Luftfahrt-Start-up in Zukunft täglich transportieren.

Das Start-up Lilium setzt dagegen auf schnelle Geschwindigkeit und viel Platz. Gegründet wurde das Unternehmen 2015 von Ingenieuren und Doktoranden der TU München. Mittlerweile beschäftigt es rund 200 Mitarbeiter, die zusammen an dem sogenannten Lilium-Jet arbeiten. Dieser wird von 36 Elektromotoren angetrieben, soll bis zu 300 Kilometer pro Stunde schaffen und Raum für fünf Passagiere bieten. Mit dem Jet soll es möglich sein, innerhalb von 15 Minuten 70 Kilometer weit zu fliegen. Lilium verspricht außerdem sehr günstige Preise. Ein 19 Kilometer langer Flug von Manhattan zum John F. Kennedy Flughafen soll nur 36 Dollar kosten. Ähnlich wie andere Anbieter rechnet Lilium mit dem Start seines Flugtaxi-Angebots in etwa sechs Jahren.

So sieht der Lilium-Jet aus


Flugtaxis schon 2025?

Die Zukunftsvision ist also schon ziemlich weit. Schon in wenigen Jahren sollen Flugtaxis in Metropolen als normales Verkehrsmittel eingesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt könnten die Copter sogar autonom fliegen und damit keinen Piloten benötigen. Technisch ist das bereits heute möglich. Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger rechnet 2025 mit den ersten kommerziellen Flügen. So sollen zu diesem Zeitpunkt etwa 3000 Flugtaxis weltweit im Einsatz sein. Diese Zahl soll in den darauf folgenden Jahren exponentiell ansteigen. Eine flächendeckende Verbreitung wird zudem wohl dazu führen, dass eine Fahrt mit einem Flugtaxi nicht nur etwas für die Reichen und Schönen ist.

Geplant wird mit Preisen, die nur unwesentlich über aktuellen Taxitarifen liegen. Dazu kommt ein erheblicher zeitlicher Vorteil, denn schon ab wenigen Kilometern ist der Flug mit einer Passagierdrohne deutlich schneller als die Fahrt mit einem herkömmlichen Taxi. Neben neuen Gesetzen für den Luftraum werden für Flugtaxis Start- und Landeplätze benötigt. Dort müssen außerdem ein schneller Austausch und das Aufladen der Akkus für die elektrisch betriebenen Copter möglich sein. Für den Neubau des Münchener Bahnhofs werden bereits Plätze für Flugtaxis eingeplant.

Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

Mehr

CDU antwortet auf Rezo-Video
"Rage 2"
DIN-Norm für Start-ups?

Links

Volocopter im Web
Studie zu Flugtaxis
Lilium im Web

Gefällt's? Teile es.

Das könnte dich auch interessieren:

Services
Service

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung