Studie

Wie sieht die Hochschul-Landschaft 2030 aus?

published: 15.06.2019

Digitale Inhalte sind an Hochschulen bereits heute normal. Wie sieht es wohl im Jahr 2030 aus? (Foto: goodluz/Shutterstock.com) Digitale Inhalte sind an Hochschulen bereits heute normal. Wie sieht es wohl im Jahr 2030 aus? (Foto: goodluz/Shutterstock.com)

Wie sieht das Studieren an Hochschulen im Jahr 2030 aus? Und wie verändern sich die Ansprüche der Studierenden mit dem Fortschreiten der Digitalisierung? Diesen Fragen ist eine gemeinsame Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) und des HIS-Instituts für Hochschulentwicklung auf den Grund gegangen. Dabei erstellten die Wissenschaftler vier zentrale Lernmodelle, die im Jahr 2030 eine große Rolle spielen könnten, und hoben die Auswirkungen der Digitalisierung hervor.

Veränderung durch Digitalisierung

Die Studie betont, dass es durch die fortschreitende Digitalisierung zu immer häufigeren Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt kommen wird. Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit, dass man neue Studieninhalte auch während der Karriere immer wieder benötigt. Um das zu ermöglichen, sollen die Hochschulen den Ein- und Ausstieg bei Studiengängen erleichtern und flexibler gestalten. Außerdem sollen digitale Bildungsprogramme das Angebot der traditionellen Hochschulen ergänzen oder sogar teilweise ersetzen. Dadurch sei auch eine höhere Form des individuellen Lernens möglich.
 

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Vier Lernmodelle

Die Digitalisierung verändert laut der Studie auch das Lern- und Studierverhalten von Studierendengruppen. Die Forscher stellen vier unterschiedliche Lernmodelle vor, die sie sich in der Hochschullandschaft 2030 vorstellen können. Die Modelle richten sich an unterschiedliche Zielgruppen.

"Tamagotchi"-Modell
Als erstes stellt die Studie das sogenannte "Tamagotchi"-Modell vor. Dieses ist dem bisherigen "klassischen" Studium sehr ähnlich. Es ist besonders geeignet für Menschen, die direkt von der Schule an die Hochschule wechseln.

"Jenga"-Modell
Das "Jenga"-Modell sieht ein kürzeres Erststudium vor, in dem Basiswissen und fundamentale Kompetenzen des jeweiligen Studiengangs vermittelt werden. Das Wissen wird im weiteren Lebenslauf ausgebaut, in dem die Studierenden regelmäßig neue Lernblöcke absolvieren. Verschiedene Bildungsanbieter stellen diese Blöcke zur Verfügung. Durch die Art des Lernens ist es möglich, schon nach dem Basisstudium einen Job anzunehmen. Bei Gelegenheit können dann Lernblöcke neben der Karriere absolviert werden.
 

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"Lego"-Modell
Das "Lego"-Modell steht praktisch für eine Auflösung der bisherigen Hochschulfomen. Statt ein kompaktes Studium an einer Hochschule zu absolvieren, ist in diesem Modell eine Zerstückelung geplant. Das bedeutet, dass die Studierenden ihr Studium aus vielen individuell kombinierbaren Lehr-Bausteinen zusammensetzen. Diese Bausteine werden von unterschiedlichen Bildungseinrichtungen angeboten. Die einzelnen Lehreinheiten ergeben dann zusammengesetzt einen anerkannten Studienabschluss.

"Transformer"-Modell
Das "Transformer"-Modell richtet sich an Menschen, die bereits eine Ausbildung oder Berufserfahrung hinter sich haben. Es stellt somit ein Konzept des späteren Übergangs an die Hochschule dar. Aufgrund der Lebenserfahrung dieser Menschen sei ein flexibles Studium erforderlich, das sich den unterschiedlichen Gegebenheiten der Studierenden anpasst.

Alle vier Lernmodelle sind aus der Sicht der Studierenden formuliert und passen sich ihren Wünschen und Bedürfnissen an. Die Studie bezeichnet die Modelle als durchaus plausible Ansprüche an Hochschulen im Jahr 2030. Wie die Hochschulen und auch der Staat mit den sich verändernden Ansprüchen umgehen soll, untersuchte die Studie aber nicht.

Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

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Hier kannst du die Studie nachlesen

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