Eine drohende Zwangsexmatrikulation kann bei Studierenden zu Verzweiflung führen. Pointer informiert dich über deine Möglichkeiten (Foto: noPPonPat/Shutterstock.com) Eine drohende Zwangsexmatrikulation kann bei Studierenden zu Verzweiflung führen. Pointer informiert dich über deine Möglichkeiten (Foto: noPPonPat/Shutterstock.com)
Ratgeber

Wann droht die Zwangs­exmatrikulation?

Der Begriff klingt drastisch und die Tatsache ist es in den meisten Fällen auch: Zwangsexmatrikulation. Das Wort beschreibt die außerplanmäßige Streichung aus der Liste der Studierenden einer Hochschule. Kurz gesagt: Wenn du zwangsexmatrikuliert wirst, schmeißt deine Hochschule dich raus. Wann kommt es zur Zwangsexmatrikulation und was kannst du unternehmen, fallst du zwangsexmatrikuliert wurdest? Pointer hat sich für dich schlau gemacht.
 


Wann droht die Zwangsexmatrikulation?

Das Gute vorweg: Wenn du im bürokratischen Dschungel des Uni-Lebens den Überblick behältst, deinen Semesterbeitrag zahlst und ordentliche Leistungen ablieferst, droht dir keine Zwangsexmatrikulation. Jedoch kann es vorkommen, dass es bei dir an einem dieser Punkte hakt. In diesem Fall solltest du wissen, wann es tatsächlich zur Exmatrikulation kommen kann. Kritisch wird es, wenn...

...deine Leistungen nicht ausreichend sind: Legst du in einem bestimmten Zeitraum keine einzige Prüfung ab oder bestehst wiederholt eine Prüfung nicht, kann deine Hochschule dich exmatrikulieren. In der Regel hast du für das Bestehen einer Prüfung drei Versuche Zeit.

...du Beiträge nicht zahlst: Egal, ob Studienbeiträge oder andere Gebühren: Deine Zahlungen an die Uni sollten immer rechtzeitig in den genannten Fristen erfolgen. An vielen Hochschulen droht schon wenige Tage nach Ablauf der Rückmeldefrist bei Nicht-Zahlung die Exmatrikulation.

...du dich inakzeptabel verhältst: Wenn du universitäre Veranstaltungen behinderst oder deinen Kommilitonen mit Gewalt drohst, hat deine Hochschule im Zweifelsfall das Recht, dich zu exmatrikulieren. Dies geschieht jedoch normalerweise nur in absoluten Einzelfällen.

...du deinen Studienplatz unrechtmäßig erlangt hast: Solltest du deinen Studienplatz mit gefälschten Zeugnissen oder Unterlagen erlangt haben, musst du, wenn du auffliegst, neben der sofortigen Exmatrikulation auch mit einem Strafverfahren rechnen.
 


Konsequenzen der Zwangsexmatrikulation

Wenn du zwangsexmatrikuliert wirst, verlierst du deinen Studentenstatus. Konkret musst du deshalb auf folgende Vorteile verzichten:

Ausbildungsförderung
Wer keinen Studentenstatus hat, kann auch kein studentisches BAföG erhalten. Bereits gezahlte Förderbeträge, die du nach dem Datum der Exmatrikulation erhalten hast, musst du bei Bekanntwerden der Zwangsexmatrikulation wieder zurückzahlen.

Vergünstigungen seitens der Uni
Semesterticket, Mensa-Essen und Wohnheimplatz: All diese Vorteile stehen dir in der Regel nach der Exmatrikulation nicht mehr zur Verfügung. Das Studentenwerk wird deinen Wohnheimplatz andersweitig vergeben. Zudem darfst du dich ohne Studentenausweis nicht in Universitätsgebäuden wie der Mensa oder den Instituten der Uni aufhalten.

Krankenversicherung
Nach der Exmatrikulation entfällt auch bei der Krankenversicherung der vergünstigte Studentenbeitrag. Je nach Alter musst du dich dann entweder selbst versichern oder über deine Eltern mitversichern lassen.

Zudem hat eine Zwangsexmatrikulation Folgen für dein mögliches nächstes Studium. Die Zwangsexmatrikulation bedeutet, dass du den gleichen Studiengang nicht noch einmal an einer anderen Hochschule studieren kannst. Oft suchen sich Studierende, die zwangsexmatrikuliert wurden, einen neuen Studienplatz in einem ähnlichen Fach wie dem alten. Der Vorteil: Einige bereits erbrachte Leistungen kann die Uni dir im neuen Studium anerkennen.
 


Zwangsexmatrikulation - und jetzt?

Erhältst du von deiner Hochschule die Nachricht, dass du zwangsexmatrikulierst wurdest, kannst du versuchen, mildernde Umstände wie beispielsweise Krankheitsfälle zu deinen Gunsten einzubringen und gegen die Zwangsexmatrikulation vorzugehen. In Härtefällen lohnt es sich zudem zuweilen, einen Anwalt hinzuzuziehen und auf gerichtlicher Ebene Einspruch gegen die Exmatrikulation zu erheben. Hilft das alles nichts, bleibt dir nichts anderes übrig, als die Zwangsexmatrikulation zu akzeptieren und den Blick nach vorn zu richten. Deine ersten Ansprechpartner sollten dann das Arbeitsamt und die Studienberatung sein. Die Bundesagentur für Arbeit bietet Zwangsexmatrikulierten Leistungen zur "Unterstützung der Sicherung des Grundbedarfs" an, bis sie sich neu orientiert haben. Bei der Studienberatung erhältst du Hilfe bei Fragen zum Anschlussstudium und Studentenstatus.

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Der Autor: Tom Nelson
Der Autor: Tom Nelson

Der Autor: Tom Nelson

Teetrinker, Fußball-Nerd, Foodie: Tom ist ein echter„Hamburger Jung“. Nach dem Abitur zog es ihn nach Braunschweig, wo er sich am Architekturstudium versuchte. Als ihm klar wurde, dass er später lieber Texte schreiben als Häuser planen würde, kehrte er in die Hansestadt zurück, um Medienwissenschaften zu studieren. Aufgrund seiner Liebe zu Wind und Wetter sowie nordischen Landschaften verbringt er sein Auslandssemester in Schottland. Bei Pointer schreibt Tom für dich über Studium, Reisen und Entertainment.