Mit der Cornell-Methode kannst du deine Mitschriften besser strukturieren (Foto: Syda Productions/Shutterstock.com) Mit der Cornell-Methode kannst du deine Mitschriften besser strukturieren (Foto: Syda Productions/Shutterstock.com)
Vorlesung

Effektiver Notizen machen mit der Cornell-Methode

Bei einer Vorlesung- ob digital oder vor Ort - effektiv mitzuschreiben ist schwieriger als viele denken. Du musst alle wichtigen Informationen irgendwie auf deinem Zettel unterbringen. Wenn der Dozent zwischen den Themen hin und her springt, werden deine Notizen schnell unübersichtlich. Damit du deine Mitschriften schon während der Vorlesung besser strukturieren kannst, stellt Pointer dir die Cornell-Methode vor.

Vorbereitung der Notizen

Die Cornell-Methode ist nach dem Professor Walter Pauk von der Cornell University benannt. Dieser soll die Methode für strukturiertes Mitschreiben und Lernen bereits 1949 erfunden haben. Die Arbeit beginnt bei der Cornell-Methode schon vor der Vorlesung. Deine Notizblätter müssen nämlich jeweils mithilfe einer Art Tabelle in drei Bereiche aufgeteilt werden. Im unteren Teil des Blattes lässt du fünf Zentimeter Platz und grenzt diesen Teil mit einer horizontalen Linie ab. Auf der linken Seite brauchst du eine etwa sechs Zentimeter breite Spalte, die du mit einer vertikalen Linie abteilst. Diese Linie schließt in Höhe der ersten Linie ab, sodass du nun drei Bereiche auf dem Blatt Papier erkennen solltest.
 


Mitschreiben in der Vorlesung

Zu Beginn der Veranstaltung solltest du am oberen Blattrand das Datum, den Veranstaltungstitel und das Thema der jeweiligen Sitzung eintragen. Das hilft dir später dabei, deine Notizen zu sortieren. Während der Vorlesung nutzt du das große Feld rechts oben zum Mitschreiben. Achte dabei auf jeden Fall darauf, dir wirklich nur Stichpunkte zu notieren und auf Bandwurmsätze zu verzichten. Es gibt bestimmt gängige Abkürzungen, die du verwenden kannst, um Platz zu sparen. Du kannst dir auch ein kleines Abkürzungsverzeichnis anlegen, damit du nicht vergisst, wofür die Abkürzungen stehen. Möglichst einfache Formulierungen und kleine Zeichnungen machen den Lernstoff ebenfalls verständlicher. Halte dich an das Motto "KISS": "Keep it short and simple". Um bei deinen Notizen die Übersicht zu behalten, trenne einzelne Themen deutlich voneinander ab oder beginne direkt mit einer neuen Seite. Es ist wichtig, dass du dich während der Veranstaltung nur auf die Inhalte konzentrierst und versuchst, alle wichtigen Informationen aufzuschreiben.
 


Nachbereitung der Vorlesung

Du solltest dich so früh wie möglich nach der Vorlesung um die Nachbereitung kümmern. Nach ein paar Tagen kannst du dich nicht mehr richtig an die Inhalte erinnern und deine eigene Schrift vielleicht nicht mehr entziffern. Geh deine Notizen genau durch und radiere alle unwichtigen Informationen aus. Mit ein bisschen Abstand kannst du meist besser beurteilen, welche Infos du wirklich zum Lernen brauchst. Jetzt suchst du nach Schlüsselbegriffen, die du farbig markierst. Für verschiedene Zusammenhänge kannst du unterschiedliche Farben verwenden. Achte aber dabei darauf, dass du nicht zu viel unterstreichst. Sonst werden deine Notizen schnell wieder unübersichtlich.
 


Klausurfragen in die linke Spalte schreiben
Jetzt kommt endlich der zweite Bereich deines Blattes zum Einsatz. In der linken Spalte notierst du dir verschiedene Fragestellungen und Schlüsselbegriffe, die zu deinen Notizen im rechten Bereich passen. Vielleicht hat die Professorin während der Vorlesung ein paar Beispielfragen genannt. Ansonst kannst du dir einfach mögliche Fragen ausdenken, die du mit deinen vorhandenen Notizen beantworten können solltest.

Zusammenfassung am unteren Rand
Nachdem du die Vorlesung soweit nachbereitet hast, geht es jetzt an die Zusammenfassung der einzelnen Themen. Dafür bietet der untere Teil des Blattes Platz. Dabei geht es darum, den Inhalt prägnant mit eigenen Worten zusammenzufassen. Die Zusammenfassung sollte nicht länger als zwei bis drei Sätze sein und sich auf die Notizen der jeweiligen Seite beschränken. So erleichterst du dir nicht nur später die Klausurvorbereitung, sondern findest auch heraus, ob du das Thema schon gut genug verstanden hast.
 


Klausurvorbereitung mit den Notizen

Mit deinen Notizen kannst du dich jetzt strukturiert auf die Klausur vorbereiten. Die Notizen im rechten Bereich kannst du immer wieder durchgehen und sie dir so gut wie möglich einprägen. Um deinen Lernfortschritt zu überprüfen, deckst du einfach die rechte Seite des Blattes ab. Jetzt siehst du nur noch die linke Spalte mit den Klausurfragen und Schlagworten. Diese versuchst du jetzt zu beantworten oder zu erklären. Auch die Zusammenfassungen am unteren Ende der Seite helfen dir bei der Vorbereitung. Außerdem bekommst du so einen schnellen Überblick über alle klausurrelevanten Themen und kannst beim Lernen viel strukturierter vorgehen.

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Die Autorin: Hannah Reuter
Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.