Ein Wurmkomposter in der Küche verwandelt Bioabfälle in Pflanzendünger (Foto: Hauke Koop/Public Address) Ein Wurmkomposter in der Küche verwandelt Bioabfälle in Pflanzendünger (Foto: Hauke Koop/Public Address)
Nachhaltigkeit

Wurmkiste: Kompost für die WG-Küche

Die Kompostkiste im Garten ist den meisten Menschen vertraut. Dass auch in der Wohnung Bioabfälle zu nährstoffreichem Dünger kompostiert werden können, ist noch nicht vielen bekannt. Wurmkiste oder Wurmfarm heißen die kleinen Boxen aus Holz oder Kunststoff, in denen spezielle Kompostwürmer große Teile der Bioabfälle eines Haushalts in Wurmhumus verwandeln. Dieser hat bis zu siebenmal größere Düngewirkung als herkömmlicher Kompost und kann tiefer in den Boden eingearbeitet werden. Für deine Balkonkästen und das Hochbeet bekommst du keinen besseren Dünger. Zudem ist der Dünger aus der Wurmkiste kostengünstiger.
 


Vom Wurmkomposter existieren zwei verschiedene Aufbauvarianten. Du kannst sie kaufen oder selbst bauen. Zum einen gibt es den horizontalen und zum anderen den vertikalen Aufbau. Das Prinzip ist dasselbe: In zwei Kammern werden der Wurmhummus gesammelt und die organischen Abfälle entsorgt. Die Würmer der Arten Eisenia andrei und Eisenia foetida wandern aus der Humuskammer zu den Abfällen und arbeiten gemeinsam mit Pilzen und Bakterien an deren Zersetzung. Am Ende des Prozesses scheiden die Würmer den Wurmhumus aus. Zudem ensteht häufig Kompostwasser, auch Wurmtee genannt. Mit Wasser im Verhältnis 1:10 gemischt, ist die nährstoffreiche Flüssigkeit ein hervorragender Dünger.
 


Leider kannst du nicht alles an organischem Material, das in den Bioabfall darf, auch in die Wurmkiste geben. Gemüse- und Obstreste, Blätter, Kaffeesatz, Teebeutel und unbeschichtete Pappe werden allerdings hervorragend verwertet. Mit Fleisch- und Milchprodukten, gesalzenen Speisen, Zitrusfrüchten, Zwiebeln und Öl können die Würmer hingegen nichts anfangen. So bleibt zwar auch mit Wurmkiste noch Abfall für die konventionelle Biotonne übrig, doch zumindest ein Teil der Abfälle kann direkt zu Hause verwertet werden.
 


Die Kiste entwickelt bei richtiger Fütterung keinen Gestank, wie man vielleicht vermuten könnte. Der Zersetzungsprozess der Lebensmittelabfälle setzt schnell ein, so dass unangenehme Gerüche nur entstehen, wenn es zu feucht oder zu heiß in der Kiste ist, also über 30 Grad Celsius. Zu trocken mögen es die Würmer allerdings auch nicht: Mit nasser Pappe kannst du das Klima und den PH-Wert regulieren und eine ausreichende Feuchtigkeit herstellen. Die Würmer regulieren ihre Population nach der verfügbaren Futtermenge selbstständig. Im Schnitt kann man bis zu dreimal pro Jahr fertigen Wurmhumus aus der Kiste ernten. Die Würmer bleiben da, wo es etwas zu essen gibt. So lange sie stets mit frischen Abfällen gefüttert werden, haben sie also keinen Grund, ihre Kiste zu verlassen.
 


Wurmkisten kannst du selbst bauen, fertig kaufen oder als Bausätze bestellen. Eine unvollständige Auswahl von Anbietern findest du in den Links.

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Der Autor: Hauke Koop
Der Autor: Hauke Koop

Der Autor: Hauke Koop

In Lüneburg geboren und aufgewachsen, zog es Hauke für die Ausbildung nach Hamburg. Im Anschluss begann er in der Hansestadt ein Studium der Politikwissenschaft. Der Cineast und Serienjunkie fährt gerne lange Strecken mit dem Fahrrad und findet Radrennen auch im Fernsehen spannend. Für Pointer schreibt er unter anderem über Filme, Musik und aktuelle (Uni-) Themen.