Infektionsgefahr

Coronavirus: Sicher durch den Studenten-Alltag

published: 11.03.2020

Regelmäßiges Händewaschen ist ein wirksamer Schutz gegen die Infektion mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 (Foto: Alexander Raths/Shutterstock.com) Regelmäßiges Händewaschen ist ein wirksamer Schutz gegen die Infektion mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 (Foto: Alexander Raths/Shutterstock.com)

Studierende in Bayern, aufgepasst: Die Hochschulen für angewandte Wissenschaft, Musik und Kunst verlängern die vorlesungsfreie Zeit. Allerdings nicht mit Blick auf die Erholung der Studentinnen und Studenten, sondern auf Anweisung des Freistaats. Grund dafür: Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Da hast du Glück, dass gerade Semesterferien sind und du Uni-bedingt wahrscheinlich nicht gezwungen bist, dich länger in größeren Gruppen aufzuhalten, beispielsweise zu Vorlesungen in Hörsälen. Trotzdem hat Sars-CoV-2 Auswirkungen auf den studentischen Alltag. Solltest du dich mit Nudelgerichten, Desinfektionsmitteln und Klopapier bevorraten? Findet die Party nächsten Samstag noch statt und was ist mit dem Konzert nächsten Dienstag? Was kannst du grundsätzlich tun, um die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass du dich infizierst? Pointer verschafft dir einen Überblick und gibt Tipps, wie du deinen Alltag möglichst entspannt weiter leben, dich aber gleichzeitig bestmöglich schützen kannst.
 

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— leogenic.healthcare March 5, 2020

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Das Virus

Im Dezember 2019 brach das Virus Sars-Cov-2 und die dadurch hervorgerufene infektiöse Lungenerkrankung Covid-19 in der chinesischen Stadt Wuhan aus. Bis zum 11. März 2020 haben sich weltweit 119.239 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert, in Deutschland sind es 1565. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, wenn virushaltige Körperflüssigkeiten an die Schleimhäute der Atemwege gelangen. Auch eine indirekte Übertragung über deine Hände ist möglich, wenn du verunreinigte Gegenstände angefasst hast oder einem infizierten Menschen die Hand geschüttelt hast. Berührst du dich dann im Gesicht, sodass deine Hände Kontakt mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut haben, kann eine Infektion erfolgen.

Nicht alle Infizierten zeigen Symptome. Häufig kommt es zu einem leichten Krankheitsverlauf mit trockenem Husten und Krankheitsgefühl. Wer nicht schwer krank ist, kuriert sich in häuslicher Quarantäne aus. Aber auch ein gefährlicher Verlauf mit Lungenentzündung, starkem Fieber und Atembeschwerden ist möglich. Mehr als 4287 Menschen sind bisher weltweit in Folge der Erkrankung gestorben. Dabei ist das Todesrisiko bei Menschen über 65 Jahren, Rauchern und Menschen mit Vorerkrankungen deutlich höher.
 

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Wie kannst du dich schützen?

Da Sars-CoV-2 erst seit kurzer Zeit bekannt ist, gibt es noch keinen Impfstoff. Das einzige, was dich vor einer Infektion schützt, ist Abstand zu infizierten Menschen zu halten sowie persönliche Hygiene. Denk mal darüber nach, wie oft deine Hände Kontakt mit Gegenständen in deiner Umgebung haben, auf denen das Virus lauern könnte. Jede Türklinke in öffentlichen Räumen ist ein potenzielles Risiko. Du solltest dich mit deinen Händen daher möglichst nicht im Gesicht berühren und sie öfter waschen, als du es sonst tust - also z.B. wenn du aus dem Bus oder der Bahn steigst, die Bibliothek verlässt, nach Hause kommst, bevor du isst und nachdem du mit den Kindern der Nachbarn gespielt hast. Als Empfehlung gelten 20 Sekunden, in denen du deine kompletten Hände einseifst. Das ist etwa so lange, wie du brauchst, um zweimal "Happy Birthday" zu singen. Dabei solltest du Seife benutzen. Desinfizierendes Handgel kann unterwegs hilfreich sein, ersetzt aber das Waschen mit Seife nicht. Denke auch daran, dein Smartphone und die Tastatur deines Laptops regelmäßig zu entkeimen.

Wie sauber ist Dein Handy?


Wenn du husten oder niesen musst, drehe dich von anderen Personen sowie Nahrungsmitteln weg und bedecke deine Nasen-und-Mund-Partie mit deinem gebeugtem Ellenbogen. Du kannst auch in ein Taschentuch niesen und dieses dann sofort wegwerfen. Obwohl es in deiner Clique dazugehören mag, sich zur Begrüßung zu umarmen oder auf die Wange zu küssen, überlegt ruhig, für eine Weile auf diese körperlichen Freundschaftbekundungen zu verzichten. Wenn deine Großeltern dich zum Mittagessen eingeladen haben, denke gemeinsam mit ihnen darüber nach, ob du nicht lieber etwas Abstand zu ihnen halten solltest. Du kannst das Coronavirus schließlich in dir tragen, ohne es zu bemerken, und an sie weitergeben. Ältere Menschen sind bei einer Infektion deutlich stärker gefährdet. Reisen in die Risikogebiete solltest du nach Möglichkeit verschieben und auch den Kontakt zu Freunden, die gerade in Italien oder China waren, einschränken.

Schütz Dich und andere: Richtig Händewaschen

Datenschutzhinweis | Mehr Videos auf PointerTV Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)


Findet das Festival noch statt?

Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen werden in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Sachsen, Hamburg und Bremen pauschal abgesagt. Auch in anderen Bundesländern finden einzelne Messen, Konzerte und Sportevents gar nicht oder ohne Zuschauer statt. Berlin hat die großen Säle der staatlichen Theater, Opern- und Konzerthäuser geschlossen. Alle Spiele des 26. Spieltages der Fußball-Bundesliga finden ohne Zuschauer statt. Kanzlerin Merkel rief die Menschen in Deutschland am 11. März zu Solidarität auf. Es sei richtig, Großveranstaltungen abzusagen. Wichtiger sei der Schutz von Risikogruppen in der Bevölkerung wie älteren Menschen, so die CDU-Politikerin. Informiere dich am besten unmittelbar vor der nächsten Veranstaltung, auf die du dich freust, ob das Event stattfindet. Die Vorgaben der regionalen Gesundheitsämter können sich täglich ändern, da der Verlauf der Ausbreitung nicht vorhersehbar ist. Das Ziel der Behörden ist es stets, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und zu verlangsamen, damit Gesundheitseinrichtungen und -personal nicht überlastet werden.

Solltest du noch U-Bahn fahren?

Je mehr Menschen um dich herum sind, desto höher ist die Chance, dass einer von ihnen Sars-CoV-2 in sich trägt und dich damit infizieren kann. Menschenansammlungen zu meiden, trägt also zu deinem eigenen Schutz bei. Wie realistisch das ist, hängt von deinem Alltag ab. Wenn du normalerweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Uni fährst, überlege, ob du nicht jetzt eine Zeitlang dein Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen kannst. Als Student hast du das Glück, dass du - auch außerhalb von Semesterferien - oft keine Anwesenheitspflicht hast und vieles von zuhause aus erledigen kannst. Wenn du während der Semesterferien gerne in der Bibliothek arbeitest, überlege, jetzt darauf zu verzichten. Dein eigener Schreibtisch kann ein genau so produktiver Ort sein. Richte dir einen guten Arbeitsplatz ein und verbanne alle Ablenkungen aus deinem Blickfeld. Ob du zum geplanten Konzert, ins Kino oder zur großen Studentenparty gehst, liegt bei dir. Du solltest aber bedenken, dass du als möglicher Überträger auch eine Teil-Verantwortung für deine Liebsten trägst. Als junger, gesunder Mensch gehörst du nicht zu der Gruppe, die durch das Virus besonders gefährdet ist. Allerdings sind vielleicht deine Eltern, Großeltern oder jemand aus deinem Freundeskreis anders betroffen, weil sie älter sind oder Vorerkrankungen haben und daher zur Risikogruppe zählen.
 

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Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, rät dazu, Großveranstaltungen zu meiden, um die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland einzudämmen. Jeder Einzelne müsse sich fragen, ob der Besuch einer Großveranstaltung, wie beispielsweise ein Fußballspiel, tatsächlich notwendig sei. Zuvor hatte schon Gesundheitsminister Spahn (CDU) empfohlen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. Zuständig für ein behördliches Verbot sind aber die Gesundheitsämter. Bayern und Schleswig-Holstein haben bereits angekündigt, Veranstaltungen dieser Größe generell zu untersagen. Und auch die Fußball-Bundesliga ist betroffen. Dort wird es wegen des Coronavirus die ersten "Geisterspiele" geben: Bei den Partien zwischen Gladbach und Köln sowie Dortmund und Schalke dürfen keine Zuschauer ins Stadion. #tagesschau #corona #italien #coronavirus #covid19 #deutschland #nachrichten #news #bundesliga #buli

— tagesschau March 10, 2020

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Toilettenpapier horten?

Wenn du in letzter Zeit Nudeln, Haferflocken oder Hühnersuppe in Dosen einkaufen wolltest, kann es sein, dass du vor einem leeren Regal standest. Viele Menschen haben aus Sorge vor dem Corona-Virus begonnen, Vorräte an haltbaren Lebensmitteln anzulegen. Die Hamsterkäufe sollen sie im Falle einer häuslichen Isolation über die Runden bringen. In der Tat kann es beruhigen, wenn man von seinem Lieblingsmüsli ein paar Packungen gebunkert hat. Auch Reis und Nudeln, Suppen sowie haltbares Gemüse - tiefgekühlt, in Gläsern oder Dosen - eignen sich. Besonders gesund muss das Essen nicht sein. Im Fall der Fälle können Betroffene in Quarantäne auch von Freunden und Familienmitgliedern mit Einkäufen versorgt werden, indem diese sie vor der Tür abstellen. Auch Lieferdienste tun dies, wenn du online bezahlt hast. Gibt es keine Bezugspersonen, helfen die Gesundheitsämter beziehungsweise Kommunen. Auch wenn leere Regalen erschreckend wirken können: Bislang hat keine deutsche Supermarktkette Lieferengpässe verzeichnet. Am nächsten Morgen sind die Regale in der Regel wieder prall gefüllt. Ein paar Packungen deiner Lieblingsnudeln mehr zu kaufen, ist gut, aber nicht überlebenswichtig.

Denke auch an andere

Desinfektionsmittel in großen Flaschen für den häuslichen Gebrauch zu kaufen, ist nicht sinnvoll. Sofern jenes überhaupt erhältlich ist, wird es in Krankenhäusern, Praxen und Apotheken dringender benötigt. Zuhause ist es ebenso effektiv, die Hände gründlich zu waschen. Atemmasken als Schutz vor der Infektion zu tragen, ist laut Experten unsinnig. Viren können genauso gut über die Schleimhaut der Augen in den Körper eindringen. Nur bei bereits Infizierten ist das Tragen einer Maske empfehlenswert, um das Verteilen von virenhaltigen Tröpfchen zu verhindern. Denke also bei deinen Einkäufen daran, ob es nicht Menschen gibt, die das jeweilige Produkt gerade dringender brauchen als du. Zum Beispiel benötigen Diabetetiker jeden Tag Desinfektionsmittel für ihre Insulinspritzen, und Familien mit Kindern haben einen höheren Bedarf an Toilettenpapier, als du in deinem Studentenzimmer.
 

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Ein gewöhnlicher DM in Berlin. ???? Meine Güte. Leute hört doch mal auf mit euren sinnlosen Hamsterkäufen. ???? #dm #dmdeutschland #corona #toilettenpapier #küchenpapier #hamsterkäufe #hamsterkauf #berlin #seuche

— mrs.clumsy19 March 10, 2020

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Halte dich fit

Auch wenn dich ein gutes Immunsystem nicht davor schützt, dass das Virus in deinen Körper eindringt, kann es besser unschädlich gemacht werden, wenn du fit bist. Eventuell merkst du dann gar nichts von deiner Infektion und bist auch recht schnell nicht mehr ansteckend. Ernähre dich also nicht nur von Club Mate und Schokoriegeln oder Nudeln mit Ketchup, sondern vitaminreich und ausgewogen. Schlafe ausreichend und ziehe dich warm genug an. Egal wie cool deine neue Ankle-Jeans aussieht, ein unterkühlter Körper kann Viren nicht so gut bekämpfen. Wenn du im Fitnessstudio oder beim Fußballtraining warst, gehe möglichst schnell duschen und trockne dich gründlich ab.

Angst vor Infektion?

Verfalle nicht in Panik, wenn du plötzlich Husten bekommst: Das muss nicht auf Corona hinweisen. Schließlich sind zurzeit auch allerlei andere Viren unterwegs, die die Atemwege befallen. Bedenken sind trotzdem berechtigt. Bleibe zuhause, wenn du dich krank fühlst. Überlege in Ruhe, ob du dich mit dem Virus angesteckt haben könntest. Warst du vor kurzer Zeit in China, Südkorea, Italien, Heinsberg oder anderen stark betroffenen Gebieten in Deutschland? Oder hattest du Kontakt mt jemandem, der von dort zurückgekehrt ist? Hast du außerdem Fieber und fühlst dich krank? Dann melde dich telefonisch bei deinem Hausarzt. Wichtig: Suche nicht unabgesprochen eine Praxis auf. Erreichst du deinen Hausarzt nicht oder hast du anderweitigen Gesprächsbedarf, kannst du dich unter der 116 117 an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Mit weiteren Fragen oder wenn du Kontakt zu infizierten Personen hattest, wende dich an dein örtliches Gesundheitsamt. Hier findest du die für dich zuständige Stelle. Halte dich auf dem Laufenden und informiere dich in den Medien über mögliche Entwicklungen in deinem Wohnort, damit du neue Empfehlungen und Maßnahmen nicht verpasst. Es kann beispielsweise nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Semesterbeginn verzögert.

Die Autorin: Hanna Kunst

Die Autorin: Hanna Kunst

Lockenkopf, Katzenfan, Festivalgängerin. Hanna entschied sich nach dem Abitur für ein Gap Year, in dem sie die Luft der Arbeitswelt und die der englischen Küste schnupperte. Am Rande der Großstadt aufgewachsen, fühlt sie sich trotzdem wie eine waschechte Hamburgerin. Hanna verbringt ihre Zeit am liebsten in kleinen Cafés oder vor Open-Air-Bühnen. Außerdem liebt sie „Harry Potter“, Sommernächte, Sushi, Yoga und Palmen. Später macht sie bestimmt irgendwas mit Medien.

Mehr

Über diese Netzwerke kannst du helfen
Obdachlosen-Hilfe: Gabenzäune
Hier gibt es trotz Coronavirus Konzerte

Links

Zum Artikel des "SWR" über Hamsterkäufe
Hier findest du das für dich zuständige Gesundheitsamt
Weitere Informationen zum Coronavirus auf der Website der BZgA
Zum Artikel der "FR" über das Tragen von Atmemmasken

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