Corona-Krise

Psychologen rufen zu Zusammenhalt auf

published: 21.03.2020

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie ruft dazu auf, in der Corona-Krise zusammenzuhalten (Foto: savitskaya iryna/Shutterstock.com) Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie ruft dazu auf, in der Corona-Krise zusammenzuhalten (Foto: savitskaya iryna/Shutterstock.com)

Die Corona-Krise verändert auf unbestimmte Zeit, wie wir zusammenleben: Persönliche Kontakte sollen wir vermeiden und besonders zu Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen soziale Distanz wahren. Die Unis sind zu, die Schulen geschlossen. Kita- und Schulkinder sollen von ihren Eltern, die idealerweise weiter im Home-Office arbeiten, zuhause betreut werden. Aus psychologischer Sicht gibt es eine Reihe von Verhaltensweisen, die in den kommenden Wochen dazu beitragen können, den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl in unserer Gesellschaft zu stärken. "In dieser Krise liegt auch eine Chance für unsere Gesellschaft", erklärt Birgit Spinath, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. "Wir können gestärkt aus der Krise hervorgehen, wenn wir uns den Herausforderungen gemeinsam stellen."
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Aus sozialpsychologischer Sicht sind Hilfsbereitschaft und gegenseitige Rücksichtnahme bedeutsame Grundlagen für ein gutes Zusammenleben in der Krise. Viele Menschen zeigen bereits auf das Miteinander ausgerichtete Handlungen: etwa die organisierten Nachbarschaftshilfen, die in vielen Städten Deutschlands eingerichtet wurden, um zum Beispiel Einkäufe für ältere Menschen zu übernehmen. Es ist von großer Bedeutung, den Berufsgruppen öffentliche Anerkennung entgegen zu bringen, die dafür sorgen, dass unser alltägliches Leben in Deutschland weitergehen kann – wie zum Beispiel im Gesundheitswesen, bei der Müllabfuhr, der Polizei, der Feuerwehr, der Energieversorger.

Aus der familienpsychologischen Forschung wissen wir, wie wichtig familiäre Kontakte in alle Richtungen sind. Großeltern profitieren von den Kontakten zu ihren Enkelkindern, gleichzeitig sind die Großeltern oftmals auch wichtige Bezugspersonen für ihre Enkelkinder. Auch wenn die persönlichen Kontakte zwischen Großeltern, Kindern und Enkelkindern in den kommenden Wochen nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden sollten, gibt es Möglichkeiten, einander Unterstützung zu geben, sei es durch Videotelefonie, soziale Medien, oder – wo die älteren Menschen die neue Technik nicht beherrschen – ganz klassisch durch gegenseitiges Briefe schreiben und telefonieren.
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Eltern stehen unter dem Druck, im oftmals improvisierten Home Office ihre Arbeitsaufgaben zu erledigen, während sie parallel die Schularbeiten ihrer Kinder betreuen, den Haushalt organisieren und die sich aus der auferlegten Isolation ergebenden Dynamiken emotional ausbalancieren müssen. "Aus arbeitspsychologischer Sicht sollten Arbeitgeber in den kommenden Wochen ihre Erwartungen daran anpassen, was in dieser Ausnahmesituation realistisch von ihren Beschäftigten zu leisten sein wird und mit ihnen klare, an ihre individuelle Situation angepasste Aufgaben, Ziele und Regeln für die Telearbeit vereinbaren", erläutert Professor Conny H. Antoni, Arbeitspsychologe und Vorsitzender des Fakultätentages Psychologie.
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Noch ist nicht ganz klar, wie stark sich die Auflagen in Richtung sozialer Isolation ausweiten werden. Um diese Zeit gut zu überstehen, bietet es sich für Familien wie auch für Alleinstehende an, sich eine Struktur für den Tagesablauf zu schaffen. Gemeinsame Mahlzeiten bieten eine wichtige Möglichkeit für den Austausch, aber es sollte auch klare Absprachen geben, wann wer beruflich arbeitet und wann jeder Zeit für sich alleine nutzen kann. Arbeitspläne können Schülerinnen und Schülern helfen, eigenmotiviert den schulischen Stoff zu erarbeiten. Auch wenn soziale Medien und Computer es erlauben, den Kontakt mit Freunden und Verwandten zu halten, sollten ihre Nutzung – gerade bei Kindern und Jugendlichen – nicht Überhand nehmen. Auch Sport und Bewegung sollten nicht zu kurz kommen. Und nicht zuletzt ist es wichtig, Ängste im Kreise der Verwandten und Freunde aussprechen zu können, um so mit der aktuellen Situation besser umgehen zu können.

[PA]

Gefällt's? Teile es.

Das könnte dich auch interessieren:

Services
Service

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung