Corona-Krise

Maskenpflicht: Das halten Studenten davon

published: 22.04.2020

Beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln sollte man eine Maske tragen (Foto: Mariia Yakovenko/Shutterstock.com) Beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln sollte man eine Maske tragen (Foto: Mariia Yakovenko/Shutterstock.com)

Alle Bundesländer haben mittlerweile eine Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr und Geschäfte eingeführt oder angekündigt. Um diese Pflicht zu erfüllen, kann man jegliche Masken, die den Mund- und Nasenbereich bedecken, verwenden. Neben medizinischen Schutzmasken zählen dazu auch selbstgemachte Masken aus Stoff oder ein einfacher Schal, der Mund und Nase bedeckt. Pointer hat Studentinnen und Studenten gefragt, wie sie mit dem Tragen von Masken umgehen und was sie von der Maskenpflicht halten. Als wir mit den Studierenden sprachen, galt noch keine Maskenpflicht, sondern nur eine Empfehlung.

Maske tragen zum Schutz anderer

An öffentlichen Orten, wo die geltenden Kontaktbeschränkungen nur schwierig eingehalten werden können, hilft selbst das Tragen provisorischer Masken dabei, andere Menschen vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Daher gelten bislang zumeist die dringende Empfehlung der Bundesregierung oder länderspezifische Bestimmungen zu einer Maskenpflicht, beispielsweise beim Einkaufen oder in Bus und Bahn. Die Wirtschaftswissenschaftsstudentin Jil findet das Tragen von Masken grundsätzlich sehr sinnvoll, gibt aber zu bedenken, dass eine Empfehlung vermutlich nicht ausreicht, um viele Menschen dazu zu bewegen. Die 19-Jährige meint: "Die Menschen, die eine Maske tragen wollen, weil sie andere schützen möchten, tragen unabhängig von dieser Empfehlung eine Maske". Viele andere würden sich nicht von der Empfehlung umstimmen lassen, vermutet Jil. Daher findet sie eine Maskenpflicht gut. Auch Annika findet die dringende Empfehlung der Bundesregierung, eine Maske zu tragen, grundsätzlich richtig, weil sie den Menschen den Ernst der Lage verdeutliche. Für sie stellte die Empfehlung aber eher einen ersten Schritt in Richtung einer Maskenpflicht dar, wie sie nun ja auch angekündigt ist.
 

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— julianepolak April 15, 2020

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Selbstgemachte Masken sind beliebt

Da medizinische Schutzmasken im Moment Mangelware sind und von den Mitarbeitern im Gesundheitswesen und anderen systemrelevanten Bereichen dringend benötigt werden, greifen viele Studenten auf selbstgemachte und provisorische Masken zurück. "Ich benutze ein Buff, also einen Trekking-Schal, vor allem seit ich angefangen habe, für meine ältere Nachbarin einzukaufen", sagt Justus. Der Politikwissenschaftsstudent gehe ansonsten aber ohnehin nicht viel in die Öffentlichkeit und bleibe in der aktuellen Situation lieber zuhause. Auch die Studentin Hanna trägt zwar keine professionelle Maske, schützt sich aber ebenfalls auf andere Weise. "Wenn viele Leute zusammenkommen, zum Beispiel beim Einkaufen, nehme ich einfach einen Schal" sagt sie. Vorsichtshalber habe sie sich dennoch richtige Masken bestellt, um sich und andere noch effektiver vor dem Coronavirus zu schützen. Auch Annika trägt seit Kurzem eine selbstgemachte Baumwoll-Makse beim Einkaufen und fühlt sich damit zumindest ein wenig sicherer. Jil möchte sich möglichst bald ebenfalls eine Stoffmaske zulegen, um unnötigen Müll zu vermeiden. "Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viel Müll entsteht, wenn jeder seine Maske nach einmaligem Benutzen wegschmeißt", gibt die 19-Jährige zu Bedenken.
 

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January 1, 1970

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Maske tragen - zumindest beim Einkaufen

Aufgrund der digitalen Gestaltung des Sommersemester und der Umstellung vieler Nebenjobs auf Home-Office, müssen die meisten Studenten ihre vier Wände zurzeit nur selten verlassen. Daher tragen viele ihre Masken nur beim Einkaufen. Die 19-jährige Elisa arbeitet in einer Buchhandlung und würde sich dieses verantwortungsbewusste Verhalten auch von ihren Kunden wünschen. Sie als Verkäuferin sei dazu verpflichtet, eine Maske zu tragen. "Deshalb wäre es mir in der Situation auch lieb, wenn alle Kunden und Kundinnen eine Maske aufhätten", sagt die Politikwissenschaftsstudentin. Jil hingegen trägt bis jetzt noch keine Maske beim Einkaufen, sondern nur Handschuhe. Sie würde aber in Zukunft auch eine Maske tragen, wenn sich die Situation nicht bessert. Die 19-Jährige sieht auch die Mitarbeiter in den Supermärkten und Bäckereien in der Pflicht, durch das Tragen von Masken und Handschuhen die Sicherheitsmaßnahmen zu erfüllen. "In diesem Bereich sehe ich eine Maskenpflicht sogar als notwendig an und verstehe nicht, warum manche Verkäufer ohne jeglichen Schutz arbeiten", sagt Jil. Auch Luca befürwortet das Tragen von Masken zum Schutz anderer Menschen. Der 19-Jährige findet diese Maßnahme besonders in Situationen wichtig, in denen man den Kontakt zu anderen Menschen nicht so gut kontrollieren kann, wie etwa in einem vollen Supermarkt.
 

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— madeherself April 22, 2020

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Gesundheit ist wichtiger als Eitelkeit

Obwohl das Tragen von Masken mittlerweile keine komischen Blicke mehr auf sich ziehen sollte, ist diese Maßnahme in einigen Regionen noch nicht so verbreitet wie in den Metropolen. Doch selbst in Großstädten hat die BWL-Studentin Annika die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Menschen die Schutzmaßnahme als selbstverständlich betrachten. Auch Jil hat für ihre Handschuhe im Supermarkt einige komische Blicke geerntet. Trotzdem fühlen sich beide mit ihren Maßnahmen sicherer. "Anfangs bin ich mir mit den Handschuhen etwas komisch vorgekommen und hatte Angst, dass die Leute denken, ich sei ein Hypochonder", sagt Jil. Mittlerweile ist sie aber froh über diesen zusätzlichen Schutz. Annika hat für sich noch einen anderen Grund für das Tragen einer Maske entdeckt. "Es gibt ein gutes Gefühl, anderen dadurch vielleicht zu helfen und vor einer Infektion zu schützen", sagt die 19-Jährige.
 

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— bonnyundkleid April 18, 2020

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Maskenpflicht als sinnvolle Maßnahme

Mittlerweile haben fast alle Bundesländer die Bürger dazu verpflichtet, in bestimmten öffentlichen Bereichen eine Maske zu tragen. Bei der Frage, ob eine Maskenpflicht in der aktuellen Situation angemessen ist, waren sich die Studenten schon vorher grundsätzlich einig. "Ich befürworte eine Maskenpflicht, um die Risikogruppen zu schützen", sagt die Politikwissenschaftsstudentin Hanna. Ähnlich sehen es Jil und Annika. Beide finden eine Maskenpflicht sinnvoll. Auch Luca befürwortet die Maßnahme, da sie eine weniger starke Einschränkung darstelle als zum Beispiel eine Ausgangssperre, wie sie in anderen europäischen Ländern gelte. Annika gibt jedoch zu Bedenken, dass auch ausreichend Schutzmasken oder Materialien für DIY-Masken zur Verfügung stehen müssten. Da jedoch auch einfache Tücher und Schals als provisorische Maske verwendet werden können, dürfte in Bezug auf die Verfügbarkeit von Masken kaum jemand Probleme dabei haben, die neu eingeführte Pflicht zu erfüllen.
 

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Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.

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