Medienkompetenz

So erkennst du Fake News

published: 01.06.2020

Pointer hat Tipps, wie du Fake News erkennst (Foto: Volodymyr Nikitenko / Shutterstock.com) Pointer hat Tipps, wie du Fake News erkennst (Foto: Volodymyr Nikitenko / Shutterstock.com)

Nicht nur im Zusammenhang mit dem Coronavirus kursieren allerhand Gerüchte und Falschmeldungen im Internet und den sozialen Medien. Die als Nachrichten getarnten Unwahrheiten und Lügen werden als Fake News bezeichnet. Der Begriff hat in den letzten Jahren zunehmende Bekanntheit erlangt. Auch US-Präsident Donald Trump benutzt ihn, allerdings nicht dem Wortsinn entsprechend. Während Trump diesen Begriff zur Diffamierung kritischer Berichterstattung verwendet, bezeichnet der Ausdruck in Wirklichkeit falsche und unseriöse Nachrichten zum Zwecke der Propaganda.

Es geht dabei nicht um Falschmeldungen, die aus einem oder mehreren Fehler(n) eines Journalisten entstehen. Fehler sind menschlich und passieren. Zeitungen drucken dann eine Entschuldigung samt Richtigstellung. Fake News sind bewusste Falschdarstellungen. Sie gehen nicht auf fehlerhafte Recherche zurück, sondern sollen die Leser bewusst täuschen. Sie arbeiten in der Regel mit reißerischen, sensationellen Schlagzeilen und Inhalten. Sie sind so aufgebaut und gestaltet, dass sie zum Teilen und Verbreiten anregen. Pointer verrät dir, wie du Fake News erkennst und von echten Nachrichten unterscheidest.

Fake News können richtig gefährlich werden. Einige Experten sind sogar der Meinung, dass sie Demokratien oder Demokratie an sich bedrohen. Ob der falsche Vorwurf, Hillary Clinton leite aus dem Keller einer New Yorker Pizzeria heraus einen Kinderporno-Ring ("Pizza-Gate") die ehemalige Präsidentschaftskandidatin der Demokraten letztlich den Wahlsieg gegen Donald Trump gekostet hat, lässt sich nicht belegen. Sicher ist aber, dass eine nennenswerte Zahl von Menschen an diese Verschwörung glauben. Da hilft es auch nicht, dass das fragliche Restaurant gar keinen Keller hat. Fake News werden besonders in Wahlkampfzeiten zur politischen Hetze und zur Meinungsmache eingesetzt. Mit erfundenen Skandalen sollen sie die Glaubwürdigkeit der Politik sowie von Einzelpersonen und Gruppen, die als Elite identifiziert werden, untergraben.
 

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Wenn du in sozialen Netzwerken auf einen Artikel stößt, solltest du immer prüfen, ob es sich dabei um Fake News handelt. Im Folgenden findest du einige Tipps, die dir dabei helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Der Inhalt gibt dabei erste Hinweise. So sind Fake News in der Regel einseitig geschrieben und auf Sensation ausgelegt. Die Schlagzeile und der Inhalt sind oft reißerisch und sollen Stimmung machen und Emotionen hervorrufen. Die verwendeten Zahlen und Zitate sind dabei in der Regel nicht belegt oder aus dem Zusammenhang gerissen.

Das Medium überprüfen

Als ersten Schritt gilt es immer zu überprüfen, wo die fragliche Meldung veröffentlicht wurde. Bei der "Tagesschau" etwa ist es deutlich unwahrscheinlicher, dass bewusste Falschinformationen verbreitet werden, als bei dubiosen Internetseiten. Natürlich können auch bei etablierten Medien Falschmeldungen kursieren, jedoch sind das in der Regel Zeitungsenten und keine Fake News. Viele Internetseiten, auf denen Fake News verbreitet werden, imitieren aber Optik und Aufbau klassischer Nachrichtenseiten. Daher lohnt sich ein Blick ins Impressum.

Was steht im Impressum?

In Deutschland gilt für Webseiten eine Impressumspflicht. Darin muss angegeben werden, wer für die Inhalte auf der Seite verantwortlich ist und wie man die Person (natürlich oder juristisch) erreichen kann. Ist kein Impressum vorhanden oder liegt die Adresse des Verantwortlichen außerhalb der Bundesrepublik, ist Vorsicht angebracht. Zudem kannst du prüfen, ob der betreffende Artikel einem Autor zugeordnet werden kann. Wenn ein Autor angegeben ist, kannst du gucken, was dieser außerdem veröffentlicht hat.

An der richtigen Adresse?

Manche Seiten für falsche Nachrichten orientieren sich beim Design nicht nur an klassischen Zeitungen und Medien, sondern kopieren deren Internetauftritt und geben vor, tatsächlich dieses Medium zu sein. Daher solltest du stets einen Blick auf die Internetadresse werfen. Ist das Medium richtig geschrieben? Hat die URL die richtige Endung (".de", ".net" usw.)? Manchmal ist es nur ein Bindestrich, der die Adresse vom Original unterscheidet. Gib das Medium bei Google ein, um die echte Adresse herauszufinden.
 

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Was schreiben die anderen?

Wenn du ohnehin schon bei Google bist, dann such doch auch nach der Meldung. Gib die Schlagzeile ein, und gucke, ob auch andere Medien darüber berichten. Gibt es mehrere Quellen? Wenn du diese Fragen mit "Nein" beantworten musst, ist Vorsicht geboten. Auch nach den im Text verwendeten Zitaten kannst du suchen. Wann und wo wurden sie in welchem Zusammenhang veröffentlicht?

Die Macht der Bilder

Auch bei Bildern kann sich eine Recherche lohnen. Oftmals werden bei Fake News Bilder aus dem Kontext gerissen oder nur Ausschnitte gezeigt. Manchmal kannst du im Bild selbst Hinweise darauf finden, ob das Foto zur Meldung passt, etwa durch Autokennzeichen oder Verkehrsschilder. Oft lohnt sich auch eine Rückwärts-Bildersuche bei Google. Hier kopierst du das Bild in die Suchmaschine und erhältst eine Auflistung, wo dieses Bild außerdem veröffentlicht wurde. So kannst du herausfinden, ob nur ein bestimmter Ausschnitt verwendet wurde, oder ob das Bild aus einem gänzlich anderen Zusammenhang stammt.

Fact-Checker

Neben diesen Eigenleistungen kannst du auch auf die Arbeit von Menschen zurückgreifen, die sich täglich mit Fake News und Gerüchten auseinandersetzen. Seit 2017 untersucht das Team des "ARD-Faktenfinder" Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt. Auch im Zusammenhang mit der Corona-Krise hat das Team viele Gerüchte untersucht. Gleiches gilt für das unabhängige Recherchenetzwerk "Correctiv". Einem Problem mit Fake News kommt die nüchterne Analyse der Behauptungen allerdings nicht bei: Während Fake News das Potenzial haben, große Empörung hervorzurufen, löst ein Faktencheck kaum derart starke Emotionen aus. Deswegen werden Fake News nach wie vor häufiger in der Social-Media-Welt geteilt als ihre Widerlegung.
 

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Der Autor: Hauke Koop

Der Autor: Hauke Koop

In Lüneburg geboren und aufgewachsen, zog es Hauke für die Ausbildung nach Hamburg. Im Anschluss begann er in der Hansestadt ein Studium der Politikwissenschaft. Der Cineast und Serienjunkie fährt gerne lange Strecken mit dem Fahrrad und findet Radrennen auch im Fernsehen spannend. Für Pointer schreibt er unter anderem über Filme, Musik und aktuelle (Uni-) Themen.

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Spezial zum Themenkomplex Fake News bei der Bundeszentrale für politische Bildung
Recherchenetzwerk "Correctiv" im Web
"ARD-Faktenfinder" im Web

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