Frauen und Mädchen fühlen sich in deutschen Großstädten oftmals unsicher (Foto: ESB Professional/Shutterstock.com) Frauen und Mädchen fühlen sich in deutschen Großstädten oftmals unsicher (Foto: ESB Professional/Shutterstock.com)
Umfrage

Frauen fühlen sich in Großstädten oft unsicher

Mädchen und Frauen fühlen sich in deutschen Großstädten wie Hamburg, Berlin, Köln oder München oftmals nicht sicher. Zum diesem Ergebnis kommt eine vom Kinderhilfswerk Plan durchgeführte Umfrage zur gefühlten Sicherheit von Mädchen und Frauen in deutschen Großstädten. Demnach gibt jede fünfte Befragte an, schon einmal belästigt, verfolgt oder bedroht worden zu sein. Jede vierte sei bereits sexuell belästigt worden. Nur einer von fünf vorgegebenen Orten innerhalb einer Stadt wurde als sicher eingestuft.
 


Im Rahmen der Umfrage wurden über 1.000 Frauen zwischen 16 und 71 Jahren von Januar bis März 2020 befragt. Sie wurden dazu ermutigt, Markierungen für besonders sichere oder unsichere Orte in ihren Städten zu setzen. Lediglich 20 Prozent der über 1.200 angegebenen Orte wurden dabei als sicher eingestuft. Unsichere Orte hingegen konnten von jeder Frau angegeben werden, rund ein Drittel der Frauen gab hierzu sogar einen konkreten Vorfall an. Das Unsicherheitsgefühl begründen die Befragten insbesondere mit aufdringlichen Sprüchen, schlechter Beleuchtung, Verfolgungen oder unsittlichen Berührungen.
 


Gerade Begegnungen mit Personengruppen, die Alkohol oder Drogen konsumieren, sind für die Befragten besonders angsteinflößend. Damit im Zusammenhang steht die Erkenntnis, dass Mädchen und Frauen sich insgesamt am unsichersten fühlen, wenn sie (alleine) auf der Straße unterwegs sind. Auch beim Warten sowie beim Nutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln fühlen sie sich unwohl, wohingegen Bars, Restaurants oder Veranstaltungen mit größeren Menschenansammlungen als sicherer wahrgenommen werden. Nachts nimmt das Gefühl der Unsicherheit zu.
 


Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland, hat laut Pressemitteilung erste Lösungsansätze für das Problem. "Unsere Umfrage hat gezeigt, dass der Handlungsbedarf groß ist. Jedes Mädchen und jede Frau hat das Recht, sich in ihrer Stadt frei und ohne Angst zu bewegen. Um dahin zu kommen, sollten Mädchen und Frauen aktiv in die Gestaltung ihres Umfeldes einbezogen werden. Städtebauliche Maßnahmen wie mehr oder bessere Beleuchtung oder das Abschaffen von uneinsichtigen, düsteren Ecken in Parks wären zum Beispiel ein guter erster Schritt. Genauso wichtig ist es aber, dass wir Geschlechterrollenbilder verändern, die vielen Jungen und Männern immer noch suggerieren, dass es völlig in Ordnung ist, Frauen zu belästigen."
 


Plan selbst weist indes in der Studie darauf hin, dass es sich nicht um eine repräsentative Umfrage handelt, "da die Befragung nicht mittels einer Stichprobe erhoben wurde, die in ihrer Zusammensetzung und Struktur den relevanten Merkmalen der Grundgesamtheit der zu untersuchenden Gruppe entspricht". Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl und der Vergleichbarkeit der Ergebnisse ließen sich jedoch durchaus allgemeingültige Aussagen treffen.

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Der Autor: Jakob Baumgardt
Der Autor: Jakob Baumgardt

Der Autor: Jakob Baumgardt

Als gebürtiger Hamburger ist Jakob manchmal etwas kurz angebunden. Er brennt schnell für ein Thema, wenn es um Sport oder Musik geht. Jakob probiert sich gerne kreativ aus und in seiner Freizeit geht ihm nichts über entspannte Abende und laute Boxen. In seinem Studium lernt er neben Journalismus und PR auch die negativen Seiten der Medien kennen. Er kann sich durchaus vorstellen, später einmal auszuwandern.