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Mit einem wissenschaftlichen Schreibstil überzeugst du deine Dozenten (Foto: DimaBerlin/Shutterstock.com) Mit einem wissenschaftlichen Schreibstil überzeugst du deine Dozenten (Foto: DimaBerlin/Shutterstock.com)
Hausarbeiten und Co.

So verbesserst du deinen wissenschaftlichen Schreibstil

Bei einer wissenschaftlichen Hausarbeit ist nicht nur der Inhalt entscheidend. Genauso wichtig ist die Art und Weise, wie du deine Ergebnisse präsentierst und formulierst. Umgangssprachliche Ausdrücke haben in deiner wissenschaftlichen Arbeit genauso wenig verloren wie hochgestochene Phrasen. Pointer hat sechs Tipps für dich, mit denen du deinen wissenschaftlichen Schreibstil verbesserst.

1. Objektiv schreiben

Bei einer wissenschaftlichen Hausarbeit geht es nicht um deine persönliche Sichtweise auf die Inhalte. Meinungen haben in der Arbeit nur dann einen Platz, wenn du sie in der Literatur wiederfindest und diese Betrachtungen zu deinem Thema passen. Dich selbst nimmst du in der Hausarbeit lieber etwas zurück. Du solltest objektiv schreiben und nicht in deine eigene Perspektive abrutschen. Genauso wichtig ist Neutralität. Nur weil du einer Theorie vielleicht eher zustimmst als einer anderen darf das in deiner Arbeit nicht bemerkbar sein. Entweder gibst du sachlich Theorien von anderen Wissenschaftlern wieder oder stellst eigene Thesen anhand der bestehenden Theorie auf. Diese müssen dementsprechend wissenschaftlich begründet sein und nicht auf deiner persönlichen Sichtweise auf die Dinge beruhen.
 


2. Auf den Punkt kommen

"Worauf will er oder sie eigentlich hinaus?" Stellt sich der Leser deiner wissenschaftlichen Arbeit diese Frage, ist das kein Kompliment für deinen Schreibstil. Viele Studierende haben das Gefühl, sie müssten in Hausarbeiten so weit ausholen wie nur irgendwie möglich. Das ist jedoch unnötig und stört dazu den Lesefluss enorm. Für den Leser muss ganz klar erkennbar sein, was dein Ergebnis ist - und das nicht erst nach vier Seiten, auf denen du um den heißen Brei herumredest. Wissenschaftliche Hausarbeiten brauchen Klarheit - nicht wie bei einem Roman, in dem das Ende völlig unerwartet sein kann. Von Beginn an kennt der Leser das Ende deiner Arbeit. Auf den Seiten dazwischen erfährt er nur noch, wie du zu diesem Ergebnis gekommen bist. Versuch deswegen bei deiner Hausarbeit, so schnell und präzise es geht, auf den Punkt zu kommen.
 


3. Fremdwörter vermeiden

Umgangssprache gehört nicht in eine wissenschaftliche Hausarbeit. Trotzdem sollte deine Arbeit verständlich geschrieben sein. Wenn der Leser jedes zweite Wort nachschlagen muss, zeugt das nicht von einem sicheren Schreibstil. Setze Fremdwörter deswegen sparsam ein. Verwende, wenn es möglich ist, ein deutsches Synonym oder einen geläufigen Begriff aus der Alltagssprache. Du wirkst nicht schlauer, wenn dein Text mit schwierigen Begriffen vollgepackt ist. Falls es in einige Fällen unumgänglich ist, das fachspezifische Fremdwort zu benutzen, vergiss nicht, es deinem Leser zu erklären. Du darfst auf keinen Fall davon ausgehen, dass alle, die in deine Hausarbeit schauen, denselben Wissensstand haben wie du. Erläutere die Bedeutung entweder kurz im Text oder verwende eine Fußnote für eine detailliertere Beschreibung.
 


4. Verben statt Nominalisierungen

Trotz des wissenschaftlichen Anspruchs sollten deine Formulierungen in erster Linie verständlich sein. Besteht ein Satz nur aus Nominalisierungen, ist es für den Leser oft schwer, die Zusammenhänge richtig zu verstehen. Verwende stattdessen mehr Verben, um deinen Schreibstil lebendiger zu machen. Auch hier gilt: Nur weil deine Arbeit kompliziert klingt, ist sie nicht wissenschaftlicher oder etwa besser als andere Hausarbeiten. Im Zweifel hat dein Dozent weniger Lust, sich durch deine Arbeit zu kämpfen, wenn er jeden Satz dreimal lesen muss, um ihn zu verstehen. Bei einem schlichten Satzbau ist es für den Leser einfacher zu erkennen, worauf du hinaus willst und welche tatsächliche Aussage hinter deiner Formulierung steht.
 


5. Mit Adjektiven sparen

Während du Verben großzügig einsetzen kannst, solltest du mit Adjektiven sparsam umgehen. Bei einer wissenschaftlichen Hausarbeit präsentierst du deine Ergebnisse sachlich. Für Emotionen ist da kein Platz. Adjektive lassen oft auf deine persönliche Meinung und auf eine bestimmte Bewertung der Inhalte schließen. Das solltest du jedoch deinem Leser überlassen. Du hast lediglich die Aufgabe, die Theorie und die Ergebnisse darzustellen - wie du sie bewertest, darf in deinen Formulierungen nicht erkennbar sein. Dann wirken deine Ausführungen seriöser. Wenn du noch skeptisch bist, streiche zur Probe mal alle wertenden Adjektive aus deinem Text. Du wirst sehen, dass sie in keiner Weise fehlen, sondern dass deine Arbeit nun viel wissenschaftlicher klingt.
 


6. Laut vorlesen

Wenn du dir unsicher bist, ob du deine Ergebnisse passend formuliert hast, lies die Hausarbeit einmal laut vor. Dabei merkst du relativ schnell, ob die Formulierungen komisch klingen oder verständlich sind. Die Hausarbeit soll schließlich nicht nur auf dem Papier gut aussehen. Wenn du sogar selbst über einige Sätze stolperst, kannst du dir sicher sein, dass sie für deinen Dozenten unverständlich sind. Er hat sich schließlich vorher nicht näher mit deinem Thema beschäftigt. Schreib diese Sätze um und entscheide dich für einen einfacheren Satzbau. Es hilft auch, wenn ein Freund deine Hausarbeit nochmal durchschaut. Im Idealfall kennt sich derjenige gar nicht mit deinem Fach aus und hat deswegen einen völlig neutralen Blick auf die Arbeit. Unstimmigkeiten und schwierige Formulierungen fallen ihm daher schneller ins Auge fallen als dir.

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Die Autorin: Hannah Reuter
Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.