Einer Umfrage zufolge bewegen sich die Deutschen während der Corona-Krise anders fort: Mehr Menschen fahren täglich mit dem Fahrrad (Foto: Chaz Bharj / Shutterstock.com) Einer Umfrage zufolge bewegen sich die Deutschen während der Corona-Krise anders fort: Mehr Menschen fahren täglich mit dem Fahrrad (Foto: Chaz Bharj / Shutterstock.com)
Umfrage

Klimafreundliche Mobilität ist trotz Corona wichtig

Die Deutschen fahren in diesem Jahr mehr Fahrrad und verreisen weniger: Diese Beobachtungen gehören zu den Ergebnissen der Umfrage "Mobilitätsmotor 2020" der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften. Die Umfrage legt offen, wie sich die Deutschen während der Corona-Pandemie fortbewegen. Sie unternahmen in diesem Jahr weniger Reisen und der durchschnittliche Mobilitätsradius verkleinerte sich. Das Fahrrad wurde mehr genutzt – das Auto hingegen im Schnitt genauso häufig wie vor der Krise. In Bezug auf das Thema Elektromobilität waren viele weiter skeptisch, als sie gefragt wurden, ob sie sich ein Elektrofahrzeug anschaffen würden. Mehr als 50 Prozent der Befragten sahen den Klimaschutz allgemein jedoch als wichtigen Aspekt bei der Mobilität.

Seit 2019 befragt das Institut für Demoskopie (IfD) im Auftrag der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (acatech) jährlich Bürger zu ihren Mobilitätsmustern und -bedürfnissen und ihrer Einstellung zum Umwelt- und Klimaschutz im Zusammenhang mit der Mobilität. Im Juli 2020 wurden insgesamt 1.237 Menschen ab 16 Jahren interviewt. Dieses Jahr sind bei den Ergebnissen besonders die Veränderungen ersichtlich, die durch die Corona-Krise ausgelöst wurden.

Die Pandemie beeinflusste das Mobilitätsverhalten der Bürger eindeutig: 48 Prozent unternahmen dieses Jahr weniger Reisen, 40 Prozent verzichteten auf Auslandsreisen und 39 Prozent auf Flugreisen. Durch den verkleinerten Mobilitätsradius profitiert vor allem das Fahrrad. Während 2019 noch 17 Prozent der Befragten täglich Fahrrad fuhren, waren es in diesem Jahr 22 Prozent. Keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr gab es beim PkW: 52 Prozent der Deutschen nutzen ihn immer noch täglich.
 


Bei den Elektrofahrzeugen gibt es leichte Veränderungen: 24 Prozent wären bereit, sich ein solches Auto anzuschaffen. Letztes Jahr waren es noch 3 Prozent weniger. Auf ein Hybridfahrzeug würden mit 36 Prozent der Befragten mehr als ein Drittel umsteigen. 53 Prozent der Teilnehmer glauben, dass sich Elektromobilität durchsetzen wird. Die Skeptiker hingegen geben als Gründe für ihre Ablehnung die hohen Anschaffungskosten, unzureichende Lademöglichkeiten und unbefriedigenden Reichweiten an.
 


Für 59 Prozent der Befragten zählt der Klimaschutz als besonders dringende politische Angelegenheit. 63 Prozent sagten, der beste Weg, die Umwelt zu schützen, seien schadstoffarme Antriebssysteme für Autos und LKWs. Die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs erwähnten 61 Prozent der Teilnehmer und 60 Prozent würden als Maßnahme die Straßen entlasten, indem der Güterverkehr auf Schienen- und Wasserwege verlegt würde.

Ein weiteres Thema der Studie war die Arbeit im Home-Office und die damit verbundene Reduzierung der Arbeitswege. 74 Prozent erwarten, dass die Fahrt ins Büro in Zukunft generell seltener wird. Für 44 Prozent sei das laut eigenen Angaben eine willkommene Entwicklung, auch um den Verkehr zu entlasten. Diesbezüglich stimmten dem Ausbau des Nahverkehrs, der automatischen Kontaktierung des Rettungs- oder Pannendienstes und der intelligenten Ampelschaltung jeweils etwa 50 Prozent der Befragten zu.
 

[PA]

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