Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester eignet sich perfekt dafür, dein Smartphone mal links liegen zu lassen (Foto: Minty/Rawpixel.com) Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester eignet sich perfekt dafür, dein Smartphone mal links liegen zu lassen (Foto: Minty/Rawpixel.com)
Entschleunigung

Social-Media-Detox zwischen den Jahren

Hier ein paar Likes auf Instagram, da ein Post auf Facebook und noch eine kurze Twitter-Diskussion dazu - die sozialen Medien begleiten viele Studierende rund um die Uhr. Bei all den interessanten Inhalten auf den verschiedenen Plattformen ist es schwer, nur mal für kurze Zeit abzuschalten. Das Smartphone ist immer dabei und griffbereit, wenn Social Media ruft. Beim kleinsten Anflug von Langeweile lenkst du dich mit dem unendlichen Angebot auf den Plattformen ab. Damit du nicht die gesamten Ferien vor dem Smartphone verbringst, ist zwischen den Jahren Social-Media-Detox angesagt. Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester eignen sich perfekt dafür, das Smartphone aus der Hand zu legen und die Zeit mit deinen Liebsten zu genießen. Mit diesen Tipps gelingt das Experiment.
 


1. Welche Apps willst du meiden?

Bevor du mit dem Social-Media-Detox beginnst, solltest du dir überlegen, worauf genau du verzichten möchtest. Geht es nur um soziale Medien wie Facebook, Twitter, Instagram und Co. oder willst du auch auf Messenger wie WhatsApp verzichten? Wenn du allgemein deine Zeit am Handy herunterschrauben willst, solltest du auf so viele Apps wie möglich verzichten. Doch berücksichtige, dass du einige Anwendungen zwingend brauchst, um mit deiner Familie und deinen Freunden in Kontakt zu bleiben. Du könntest beispielsweise eine Liste erstellen mit Apps, die du während des Detox gar nicht aufrufst, und eine zweite Liste mit Apps, die du beispielsweise zweimal am Tag für fünf bis zehn Minuten öffnen darfst - etwa WhatsApp oder deine Mail-App. So verpasst du nichts Wichtiges und nimmst gleichzeitig Abstand von der unnötigen Ablenkung auf den Social-Media-Plattformen.
 


2. Wie bereitest du den Detox vor?

Mit der genauen Definition deines Social-Media-Entzugs ist es nicht getan. Es gibt weitere Vorbereitungen, die du treffen musst. Damit du gar nicht erst in Versuchung gerätst, könntest du deinen Liebsten von deinem Experiment erzählen und sie bitten, dir keine Social-Media-Beiträge zu schicken. Hier ein lustiges Meme, da ein unterhaltsames TikTok-Video - und schon wirst du schwach und kannst dem Druck der sozialen Medien nicht widerstehen. Bitte deine Freunde deswegen, dich nur in Ausnahmefällen über das Handy zu kontaktieren und nur über die Apps, die du täglich für kurze Zeit öffnen darfst. Um ganz sicher zu gehen, dass du stark bleibst, kannst du einige Apps während deiner Auszeit einfach deinstallieren und sie damit aus deinen Gedanken entfernen. So hast du gar nicht mehr die Möglichkeit, "nur mal kurz" die neuesten Meldungen zu checken. Anschließend lädst du die Apps einfach wieder herunten - dein Konto hast du schließlich nicht gelöscht.
 


3. Welche Tools helfen dir dabei?

Besonders zu Beginn deiner Social-Media-Pause wird es dir ziemlich schwer fallen, dein Handy links liegen zu lassen. Damit du die ersten schwierigen Stunden und Tage stark bleibst, gibt es Tools, die dich unterstützen. Beispielsweise kannst du bei den meisten Smartphones die Bildschirmzeit der letzten Wochen einsehen. Ein Blick auf die verheerende Statistik vor Beginn deines Detox bringt dich schnell zur Vernunft und erinnert dich daran, warum du dich für dieses Experiment entschieden hast. Traust du dir selbst nicht ganz über den Weg, kannst du zusätzliche Apps zur Hilfe nehmen. Die App "Forest" für Android und IOS belohnt dich etwa mit einem wachsenden Baum dafür, dass du deine Finger von deinem Handy lässt. Ansonsten bleibt eine vertrocknete Wüstenlandschaft zurück. Etwas genauer kontrolliert die Anwendung "AppDetox" für Android-Smartphones deine Nutzung bestimmter Programme. Du kannst zum Beispiel festlegen, welche Apps du über welchen Zeitraum nicht öffnen willst, ebenso wie eine maximale Nutzungszeit. Eine ähnliche Alternative für IPhone-Nutzer ist die App "Space - Break phone addiction".
 


4. Wie kannst du dich ablenken?

Damit du dein Smartphone und die sozialen Medien irgendwann gar nicht mehr vermisst, musst du dich bestmöglich ablenken. Auch das klappt in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester sehr gut. Verbringe zum Beispiel in diesen Tagen viel Zeit mit deiner Familie oder deinen Mitbewohnern. Sie werden sich sicher über deine ungeteilte Aufmerksamkeit freuen. Du kannst die neu gewonnene Zeit auch für Dinge nutzen, die du sonst immer aufgeschoben hast. Wolltest du nicht mal wieder ein Buch lesen? Auch jegliche Form von Sport oder ein neues Hobby wie eine Fremdsprache lernen, stricken, nähen oder malen sind tolle Ablenkungen. Besonders zwischen den Jahren solltest du dich entspannen und Energie für das anstehende Jahr sammeln. Das wird dir mit deinem Social-Media-Detox bestimmt gelingen. Falls du gar nicht weißt, was du ohne die sozialen Medien mit dir anfangen sollst, kannst du ja auch etwas für die Uni erledigen - da gibt es schließlich immer etwas vor- oder nachzubereiten.
 


5. Wie vermeidest du einen Jojo-Effekt?

Du hast den Social-Media-Detox erfolgreich hinter dich gebracht? Nun brennst du förmlich darauf, wieder deine Social-Media-Kanäle zu checken? Pass in der Zeit nach dem Experiment auf, dass du nicht in alte Muster zurückfällst. Auch wenn der strenge Entzug vorbei ist, solltest du dich vor dem Jojo-Effekt in Acht nehmen. Um nicht wieder viele Stunden deiner wertvollen Zeit am Handy zu verschwenden, behalte auf jeden Fall deine Nutzungszeit im Auge. Besonders bei Apps mit Suchtpotenzial wie Instagram oder TikTok willst du vielleicht weiterhin eine maximale Nutzungsdauer pro Tag festlegen. So verpasst du nichts Wichtiges, verlierst dich aber auch nicht in den Unmengen an Postings. Damit du dauerhaft weniger am Smartphone hängst und nicht das Gefühl bekommst, von dem kleinen Gerät abhängig zu sein, kannst du zudem regelmäßige Detox-Tage einführen, an denen du dein Handy ganz beiseite legst. Du wirst sehen, wie entspannend die Zeit ohne Smartphone ist, und dass es gar nicht schlimm sein muss, nicht direkt die neuesten Nachrichten abzurufen.
 

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Die Autorin: Hannah Reuter
Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.