Hin und wieder ist es gut, Langeweile zuzulassen und nicht direkt zum Smartphone zu greifen (Foto: Teddy Rawpixel/Rawpixel.com) Hin und wieder ist es gut, Langeweile zuzulassen und nicht direkt zum Smartphone zu greifen (Foto: Teddy Rawpixel/Rawpixel.com)
Nichtstun

Warum Langeweile hin und wieder wichtig ist

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig gelangweilt? Also so richtig, länger als ein paar Minuten? Wahrscheinlich nur kurz, bis dir eingefallen ist, dass du ein Smartphone in der Tasche hast. Vermutlich ist die letzte wirkliche Langeweile sehr lange her, vielleicht kannst du dich an dieses Gefühl sogar nur aus deiner Kindheit erinnern. Dabei ist es gut, dieses Gefühl auch mal zuzulassen. Bei Pointer erfährst du, warum du nicht immer sofort zu deinem Handy greifen solltest, wenn du mal nichts zu tun hast.

1. Auf andere Gedanken kommen

Immer gibt es etwas zu tun, und wenn du mal keine Aufgabe zu erledigen hast, gibt es dein Smartphone, das dich beschäftigt. Wie sollst du bei diesem immer gleichen Rhythmus auf andere Gedanken kommen? Wenn nie ein gewisser Leerlauf entsteht, sind deine Gedanken immer an To-dos, Plänen oder eben Belanglosigkeiten auf deinem Handy orientiert. Du weißt vielleicht gar nicht mehr, wann du das letzte Mal deine Gedanken komplett frei schweifen ließest. Dabei musst du die Langeweile nur bewusst zulassen. Schon beginnt dein Gehirn zu arbeiten. Vielleicht holt es längst vergessen geglaubte Erinnerungen zurück, oder du denkst über die vergangenen Tage und Wochen nach. Ein wenig Selbstreflexion tut jedem gut. So kommst du mit ein bisschen Langeweile direkt auf andere Gedanken und bist in deinen Überlegungen freier als sonst.
 


2. Umgebung wahrnehmen

Egal ob in der Bahn, im Wartezimmer beim Arzt oder selbst beim Spaziergang - die meisten Menschen schauen durchgehend auf ihr Handy. Dabei entgeht ihnen so viel, wenn der Blick die ganze Zeit nach unten gerichtet ist. Geh mal eine Weile mit gehobenem Kopf durch die Welt und du wirst deine Umgebung ganz anders wahrnehmen. In der Bahn schaust du zur Abwechslung mal wieder aus dem Fenster, beim Arzt schaust du den anderen Wartenden ins Gesicht und beim Spaziergang bewunderst du die Natur. Es gibt genug Alternativen zum ständigen Blick aufs Smartphone. Das veränderte Stadtbild, ein nettes Lächeln oder niedliche Eichhörnchen, die nach Futter suchen - dir werden wieder solche Kleinigkeiten auffallen, wenn du deine Umgebung bewusst und achtsam wahrnimmst. Dabei vergeht deine Langeweile wie im Flug. Trotz deiner Untätigkeit bekommst du mehr zu sehen, als du vielleicht vermutest.
 


3. Kreativ werden

Du bist den ganzen Tag beschäftigt, dein Kopf ist voll mit wichtigen Informationen, Terminen und Aufgaben. Jetzt sollst du für ein Brainstorming auf Knopfdruck gute Ideen entwickeln oder dir ein interessantes Hausarbeitsthema überlegen? So funktioniert das in den meisten Fällen nicht. Um wirklich kreativ werden zu können, brauchst du ein bisschen Langeweile. Der Leerlauf bringt dich auf die besten Ideen, weil du mal Zeit hast, ausführlich auf dem Thema herumzudenken. Statt schnell und effektiv Vorschläge zu liefern, ist es oft sinnvoller, sich einfach mal wieder zu langweilen. Wenn du keiner anspruchsvollen Beschäftigung nachgehst, hat dein Gehirn schließlich Zeit, in alle Richtungen zu denken. Das funktioniert besonders gut, wenn du eine stumpfe Aufgabe erledigst. Egal ob beim Wäschezusammenlegen, Schraubensortieren oder beim Bügeln - einfache Arbeiten regen deine Kreativität besser an als ständiger inhaltlicher Input.
 


4. Ablenkungen ausblenden

Sobald du für einige Minuten nichts zu tun hast, greifst du zu Handy, Tablet oder Laptop oder schaltest den Fernseher ein. Doch diese ständige Beschallung durch die Geräte lenkt dich nur ab und tut dir auf Dauer nicht gut. Kannst du überhaupt noch auf diese Geräte verzichten? Langeweile ist wichtig, um Ablenkungen wie diese ausblenden zu können. Entscheide dich bewusst für das Nichtstun, um dem Kreislauf für kurze Zeit zu entkommen. Du wirst sehen, dass es dir mit der Zeit immer leichter fällt, die Untätigkeit auszuhalten und dass du die technischen Geräte immer häufiger zur Seite legst. Nach einigen Wochen kannst du die Ablenkungen viel einfacher ausblenden, auch wenn sie weiterhin in deinem Alltag präsent sind.
 


5. Konzentration neu lernen

Wenn du ehrlich bist, reicht dir doch häufig eine einzige Beschäftigung nicht aus. Auf dem Fernseher läuft ein Netflix-Film oder eine neue Serie, aber du hängst nebenbei am Smartphone oder blätterst durch ein Magazin. Sobald die ursprüngliche Beschäftigung dich nicht vollkommen auslastet, suchst du bereits nach einer neuen. Dabei verlernst du, dich längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. Beim kleinsten Anflug von Langeweile oder schwindendem Interesse schweifst du ab und suchst etwas Zusätzliches. Lass auch hier die Langeweile zu und lerne wieder neu, dich zu konzentrieren. Ein paar Minuten im Film, bei denen du nicht vor Spannung zitterst, sind kein Grund, stattdessen Instagram zu checken. Auch in den meisten Serien gibt es weniger spannende Passagen. Deshalb ist noch lange nicht Online-Shopping angesagt. Widerstehe dem Reiz, dich vermeintlich interessanteren Dingen zuzuwenden, und konzentriere dich auf deine ursprüngliche Beschäftigung.
 

LangeweilelangweilenLangeweile ist wichtigLangeweile aushaltenNichtstunHandySmartphoneGefühl der LangeweileAchtsamkeitBewusstheit achtsam seinAchtsamkeit für studentenAchtsamkeit für studierendeAchtsamkeit i StudiumAchtsamkeit tippstipps AchtsamkeitAchtsamkeit im Alltag

Die Autorin: Hannah Reuter
Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.