Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren haben der Kanzlerin beim Live-Talk Fragen gestellt und von ihrer Situation während der Corona-Krise berichtet (Screenshot: Livestream Bundesregierung) Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren haben der Kanzlerin beim Live-Talk Fragen gestellt und von ihrer Situation während der Corona-Krise berichtet (Screenshot: Livestream Bundesregierung)
Digitale Dialogreihe

Studenten sprechen mit Merkel über Probleme in der Krise

Im Zuge der digitalen Dialogreihe "Die Bundeskanzlerin im Gespräch" der Bundesregierung haben Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren Bundeskanzlerin Angela Merkel von ihrer Situation während der Corona-Krise berichtet und Fragen gestellt. Dabei ging es unter anderem um die Verlängerung der Regelstudienzeit, die staatliche Überbrückungshilfe, Online-Lehre und virtuelle Prüfungen, aber auch um den Umgang mit Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben.

Die zehn Studierenden aus verschiedenen Fachbereichen wie Jura, Medizin oder Elektrotechnik wurden von der Hochschulrektorenkonferenz über ihre jeweilige Hochschule ausgewählt. Auch Lehrende waren im Livestream auf der Web- sowie der Facebook-Seite der Bundesregierung dabei und berichteten von ihren Erfahrungen. Sie wolle wissen, wie sich die Lebensrealität der Beteiligten verändert habe, sagte die CDU-Politikerin einleitend.
 


Zwei Studierende berichteten, dass sie möglicherweise ein Fachsemester länger studieren müssen, da die Studienordnung eine praktische Abschlussarbeit erfordere, die unter den aktuellen Bedingungen nicht angefertigt werden könne. Einige Nebenjobs seien durch die Krise weggebrochen und die staatliche Überbrückungshilfe in vielen Fällen an den bürokratischen Hürden gescheitert. Eine Studentin aus dem Saarland sagte, dass sie seit August auf ihr BAföG warte, da die Ämter dort überlastet seien. Eine Zahnmedizin-Studentin aus Frankfurt erzählte, dass sie, anders als die Humanmediziner keine kostenlosen Corona-Tests in Anspruch nehmen könne ― obwohl sie bei ihrem Job in einer Notfallpraxis weiter Patienten behandelt.

Außerdem ging es um die Umstellung auf die Online-Lehre, die Studierende und Dozierende vor verschiedene Herausforderungen gestellt hat: Lehramtsstudierende haben das digitale Unterrichten lernen müssen und Medizinstudenten mussten teilweise ohne Präsenzveranstaltungen auskommen. Für die digitale Lehre würden auch weiterhin Ressourcen gebraucht, um sie angemessen fortführen zu können, berichteten die Mitarbeiter der Hochschulen. Digitale Prüfungen müssten in den Prüfungsordnungen verankert werden, um stattfinden zu können.
 


Die Bundeskanzlerin versprach, die Bedenken der Studierenden an die entsprechende Stelle weiterzugeben. Sie wolle mit der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) noch einmal über die Überbrückungshilfe sprechen und sich bei anderen Problemen an die Ministerpräsidenten der Länder wenden. Auch was die Unterstützung von Unternehmen bei der Bereitstellung von Praktikumsplätzen angeht, sagte Merkel Hilfen zu. Sie habe große Hoffnung, dass mit dem Impfstoff zum Herbst-Semester 2021 wieder etwas mehr Normalität einkehre. "Aber der Winter wird noch hart", stellte sie klar.

Ein Student fragte die Bundeskanzlerin, wie man Menschen, die sich momentan zu Verschwörungstheorien hingezogen fühlen, wieder in die Gesellschaft integrieren könne. "Das übliche Argumentieren hilft da nicht. Das ist auch für uns eine große Herausforderung. Das wird vielleicht eine Aufgabe für Psychologen sein ― wir müssen da noch forschen. Wie gerät man in eine Welt fern von Fakten?", so Merkel. Über die Bedeutung von Fakten hatte die Kanzlerin kürzlich auch im Bundestag gesprochen.
 


Das virtuelle Gespräch war Merkels vierter Bürgerdialog, um während der Corona-Pandemie mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen ins Gespräch zu kommen. Zuvor hatte sie bereits mit Auszubildenden, Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und Pflegekräften sowie mit Polizisten gesprochen. Die Videos sind in der Mediathek auf der Website der Bundesregierung und auf der Facebook-Seite abrufbar.

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Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.