In der Corona-Pandemie sind viele Studierende wieder zurück zu ihren Eltern gezogen (Foto: Niwat/Rawpixel.com) In der Corona-Pandemie sind viele Studierende wieder zurück zu ihren Eltern gezogen (Foto: Niwat/Rawpixel.com)
6 Tipps

Im Studium zurück zu den Eltern ziehen

In der Corona-Zeit findet das Studium im Home-Office statt. Ohne Präsenzlehre gibt es für viele Studierende keinen Grund, in ihrem kleinen Studentenzimmer in der Unistadt zu bleiben. Daher haben in der Pandemie viele den Schritt gewagt und sind wieder zurück zu ihren Eltern gezogen. Die neue Situation birgt jedoch Konfliktpotenzial. Pointer hat Tipps, wie die Umstellung gelingen kann.

1. Umgewöhnungszeit einplanen

In den meisten Fällen haben weder du noch deine Eltern sich die Situation bewusst ausgesucht. Studentenheime wurden geschlossen oder finanzielle Probleme haben dich zum Umzug bewogen. Du hattest dich bestimmt an dein selbstständiges Leben gewöhnt - und plötzlich sind da wieder Menschen, an die du dich in deinem Alltag anpassen musst. Auch deine Eltern sind nicht auf den unerwarteten Besuch eingestellt. Du solltest deswegen nicht erwarten, dass von Anfang an alles toll läuft und ihr euch besser versteht als je zuvor. Plane Umgewöhnungszeit ein und hab zu Beginn besonders viel Geduld mit dir und deiner Familie.
 


2. Die Vergangenheit kommt nicht zurück

Zurück in deinem alten Kinderzimmer fühlst du dich direkt wieder, als wärst du erst 15 Jahre alt? Diese Erinnerungen dominieren vielleicht sogar das Verhältnis zu deinen Eltern? Du solltest dir klar machen, dass die Vergangenheit nicht zurückkommt. Das Zuhause, das du von früher kennst, hat sich garantiert verändert, genau wie deine Eltern. Verzichte auf eine Zeitreise und mach das Beste aus dem Hier und Jetzt. Du musst in keine Rolle schlüpfen, um deine Familie in die "guten alten Zeiten" zurückzubringen. Sei einfach du selbst und lass die Vergangenheit hinter dir.

3. Aufgaben verteilen

In deiner Teenager-Zeit hast du die Aufgaben im Haushalt wahrscheinlich guten Gewissens deinen Eltern überlassen. Wenn du jetzt aus deiner eigenen Wohnung oder dem Studentenzimmer zurückkehrst, weißt du aber aus eigener Erfahrung, wie viel Arbeit tagtäglich anfällt. Ruh dich deswegen nicht im "Hotel Mama" aus. Am besten verteilt ihr als Familie gemeinsam die Aufgaben, die im Haushalt regelmäßig anfallen. Mit dieser Regelung wirst du dich auf Dauer besser fühlen, und deine Eltern bekommen nicht das Gefühl, dass du sie in dieser Zeit ausnutzt. So umgeht ihr schon mal geschickt einen großen Konfliktpunkt.
 


4. Nicht in alte Muster verfallen

Du bist erst einige Tage zurück bei deinen Eltern und schon beginnen sich die alten Familienmuster wieder zu etablieren? Es kommen dieselben Grundsatzdiskussionen auf den Tisch, und ihr geht euch schon bald auf die Nerven wie in den Tagen deiner Pubertät? Wenn dann auch noch deine Geschwister ebenfalls wieder zuhause sind, bist du bald wieder 15. Jede Kleinigkeit nervt dich und ihr streitet euch wie früher. Durchschaue dieses Verhalten und mach dir bewusst, dass du reifer geworden bist. Lass dich auf Streitigkeiten gar nicht erst ein und nimm Abstand, wenn du deine Ruhe brauchst. Wenn du dich gar nicht erst in diese alten Konflikte und Muster hineinsteigerst, wird die Zeit für alle besser erträglich.

5. Du bist erwachsen!

Doch nicht nur dich selbst solltest du immer wieder daran erinnern, dass du jetzt erwachsen bist und daher über den Dingen stehst. Auch deine Eltern brauchen hin und wieder einen kleinen Hinweis. Du musst weder über die Maßen verwöhnt noch bevormundet werden. Du kannst selber für dich sorgen und auch deine Entscheidungen alleine treffen. Ab und zu musst du dies deinen Eltern womöglich sagen. Vermute dennoch nicht hinter jeder ihrer Äußerung böse Absichten. Ein kleiner Gefallen von Papa und ein liebevoller Rat von Mama sind doch in vielen Situationen immer noch Gold wert.
 


6. Organisation im Home-Office

Wahrscheinlich verbringst nicht nur du deine Zeit gerade im Home-Office. Auch deine Eltern arbeiten vielleicht von zuhause aus. Wenn jetzt auch deine Geschwister in der Corona-Zeit noch zuhause wohnen, wird es ziemlich unruhig. Damit trotzdem alle konzentriert arbeiten können, ist eine gute Organisation nötig. Teilt euch auf, sodass jeder einen eigenen Arbeitsbereich hat, oder wechselt euch zumindest ab. Vielleicht kann dein Bruder sich abends besser konzentrieren, während du Frühaufsteherin bist. Ein Tipp: Legt gemeinsame Pausenzeiten fest, in denen ihr kurz abschalten und euren Kopf frei kriegt. So wuselt nicht zwischendurch immer jemand durch dein Arbeitszimmer und stört bei Videokonferenzen, Online-Vorlesungen und Co.
 

Home-OfficeStudium im Home-OfficeHome Officezu den Eltern ziehenUmzugCoronaCorona-PandemieLockdownMama und Papaerwachsene Kinderjunge ErwachseneEltern und Kinder

Die Autorin: Hannah Reuter
Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.