Starke Aufregung vor Klausuren kann deinen Lernerfolg zunichtemachen (Foto: Teddy/Rawpixel.com) Starke Aufregung vor Klausuren kann deinen Lernerfolg zunichtemachen (Foto: Teddy/Rawpixel.com)
Prüfungsangst

So bekommst du deine Aufregung vor Klausuren in den Griff

Die Klausur steht kurz bevor, und du merkst, wie langsam die Aufregung wächst? Eine gewisse Anspannung vor Prüfungen ist vollkommen normal, aber solltest du regelrecht in Panik geraten, wenn eine Klausur ansteht, wirkt sich das oft negativ auf deine Noten aus. Pointer hat deswegen acht Tipps für dich, mit denen du deine Aufregung kurz vor der Klausur in den Griff bekommst.

1. Den Grund hinterfragen

Wenn du vor Prüfungen merklich angespannt bist, solltest du dich als Erstes fragen, woher diese Aufregung kommt. Was könnten Gründe für deine Angst sein? Einige Studierende leiden zum Beispiel unter enormem Leistungsdruck, der wiederum dauerhaften Stress erzeugt. Oft kommt in dieser Situation noch die Versagensangst dazu. Sollten diese Gefühle bei dir die Aufregung auslösen, frag dich am besten, woher sie kommen und warum du so empfindest. Oft mahst du dir den Leistungsdruck selber, sodass du dich mit deinen eigenen hohen Erwartungen verunsicherst. Um diese Versagensangst zu bekämpfen, stell dir die Frage, was passieren würde, wenn du keine gute Note schreibst oder die Prüfung nicht bestehst. Du wirst sehen, dass auch dann die Welt nicht untergeht. Wenn du die Gründe für deine Angst benennst, kannst du sie hinterfragen und dich leichter davon befreien.
 


2. Umfeld ausblenden

Diese Situation kennst du garantiert: Du bist bereits auf dem Weg zur Uni, um die Klausur zu schreiben und triffst in der Bahn oder auf dem Campus Kommilitonen. Ab jetzt dreht sich das gesamte Gespräch nur noch um die Klausurthemen und wilde Spekulationen zu den Aufgabenstellungen. Wenn jetzt noch die Frage kommt, ob du dieses oder jenes Thema gelernt hast, bist du vermutlich hoffnungslos verunsichert und zweifelst deine Lernerfolge an. Blende deswegen dein Umfeld vor einer Prüfung aus, so gut es geht. Sag deinen Freunden, dass du gerne über etwas anderes als die Klausur sprechen möchtest oder zieh dich einfach direkt auf deinen Platz zurück. Lass dich nicht von den Kommentaren deiner Kommilitonen beeinflussen und vertraue auf deine Klausurvorbereitung.

3. Positiven Gedanken Raum geben

Spätestens wenn du auf deinem Platz sitzt und auf den Beginn der Klausur wartest, spuken dir Vorstellungen von ungelösten Aufgaben und schlechten Noten durch den Kopf. Verbanne diese Horror-Perspektive aus deiner Fantasie und gib positiven Gedanken Raum. Sag dir immer wieder vor, dass du die Klausur schaffen wirst und dass du gut vorbereitet bist. Denk vielleicht an den Moment, in dem du die Prüfung hinter dir haben wirst und alle deine Sorgen umsonst gewesen sein werden. So gehst du mit einer positiven Einstellung an die Bearbeitung der Aufgaben heran.
 


4. Atemübungen

Die Verteilung der Klausurbögen rückt immer näher und du merkst, wie dein Puls sich beschleunigt. Bekämpfe die Aufregung, indem du dir Zeit für Atemübungen nimmst. Atme tief und langsam durch die Nase ein, spitze deine Lippen und lass die Luft ebenso langsam durch den Mund entweichen. Konzentriere dich dabei voll und ganz auf deine Atmung und wiederhole die Übung etwa dreimal. Schließ dabei am besten die Augen, damit du nicht von deinem Umfeld abgelenkt wirst, und versuche, dich beim Ausatmen aktiv zu entspannen. Danach wirst du merken, wie du dich ein wenig freier fühlst. Wenn die Aufregung dennoch nicht weniger wird, wiederhole die Übung noch ein paar Male.

5. Gedanken schweifen lassen

Nachdem du dich mit Atemübungen etwas beruhigt hast, kannst du versuchen, deine Gedanken schweifen zu lassen. Statt nur über die Klausurinhalte nachzudenken, schau aus dem Fenster und beobachte den Campus. Wenn du Glück hast, scheint die Sonne und du kannst die Bäume und Vögel betrachten, oder du bewunderst das schneebedeckte Uni-Gelände. Denk vielleicht daran, was du abends Leckeres essen und welchen Film du schauen möchtest. So kommst du auf andere Gedanken und lenkst dich damit ein wenig selber von deiner Aufregung ab.
 


6. Hände beschäftigen

Viele Menschen knibbeln an ihren Fingernägeln, wenn sie nervös sind. Diese offensichtlich beruhigende Wirkung kannst du nutzen und deine Hände bei Aufregung irgendwie beschäftigen. Egal, ob du dafür an einem Stift, einem Haargummi oder einem Stressball herumdrückst - du konzentrierst dich auf den Gegenstand in deinen Händen und bist für einen Moment von der bevorstehenden Prüfung abgelenkt. Damit kanalisierst du auch den oft durch Aufregung hervorgerufenen Bewegungsdrang und kannst dich während der Klausur besser auf die Aufgaben konzentrieren.

7. Sorgen aufschreiben

Dieser Tipp klingt im ersten Moment vielleicht seltsam, kann aber durchaus wirksam sein. Schreib vor der Prüfung alle deine Ängste und Sorgen auf ein Blatt Papier. Ob du dir das Papier nochmal anschaust oder es direkt im Müll landet, ist eigentlich egal. Wichtig ist, dass du dir deine Ängste sozusagen von der Seele geschrieben hast. Dieser Trick kann dabei helfen, dich danach auf die wesentlichen Dinge zu fokussieren, weil du dich symbolisch von deinen Ängsten befreit hast. Hast du deine Gedanken erstmal aufgeschrieben, gibt es wieder Raum, um über wichtigere Themen nachzudenken. Vielleicht merkst du dabei auch, dass die Sorgen in deinem Kopf viel bedrohlicher klangen, als sie jetzt auf dem Papier wirken.
 


8. Mit den Zehen wackeln

Auch bei der Anwendung dieses Tipps kommst du dir vielleicht etwas komisch vor, er ist aber sehr wirksam. Du sitzt in der Klausur und vor lauter Aufregung kannst du dich nicht mehr an die Antwort auf eine Frage erinnern? Dein Kopf ist wie blockiert? Dagegen kann es helfen, bewusst mit deinen großen Zehen zu wackeln. Das darf nicht aus Gewohnheit passieren, sondern ganz aktiv. Die kleine Bewegung lenkt dich kurz ab und löst in vielen Fällen die Blockade im Kopf. Du richtest einen Teil deiner Energie auf diese Bewegung und nimmst deinem Gehirn dadurch etwas von dem Stress, der zum Blackout geführt hat. Danach kannst du dich befreit wieder an die Bearbeitung der Aufgaben machen und nochmal über die schwierige Frage nachdenken.
 


Wenn dir diese Tipps nicht weiterhelfen und du vor jeder Klausur erneut in eine Art Schockstarre verfällst und die gelernten Inhalte nicht mehr abrufen kannst, leidest du vielleicht unter starker Prüfungsangst. In diesem Fall ist es ratsam, dir professionelle Hilfe zu suchen, um diese Panik nachhaltig überwinden zu können.

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Die Autorin: Hannah Reuter
Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.