Mit der richtigen Recherchemethode findest du problemlos Quellen für deine Hausarbeit (Foto: Claudia Wolff/Unsplash.com) Mit der richtigen Recherchemethode findest du problemlos Quellen für deine Hausarbeit (Foto: Claudia Wolff/Unsplash.com)
Literatur für die Uni

Diese beiden Recherchemethoden solltest du kennen

Die Suche nach passenden Quellen für deine wissenschaftliche Arbeit ist oft nicht einfach. Da sitzt du vor dem Online-Katalog deiner Bib und weißt nicht, wo du anfangen sollst. Pointer stellt dir die zwei wichtigsten Recherchemethoden für deine Literatursuche vor - das Schneeballprinzip und die systematische Literaturrecherche - und erklärt dir, was du bei den beiden Strategien beachten solltest.

Das Schneeballprinzip

Garantiert hast du schon mal einen Schneemann gebaut. Ganz zu Beginn hältst du nur einen kleinen Schneeball in der Hand. Indem du ihn über den verschneiten Boden rollst, wird daraus eine immer größere Kugel. Auf diese Weise funktioniert auch das Schneeballprinzip bei der Literaturrecherche. Du fängst bei dieser Recherchemethode mit einer kleinen Anzahl von zentralen Quellen an. Manchmal reicht es sogar, eine einzige Quelle als Ausgangspunkt zu nehmen. Vielleicht hast du Glück und dein Hausarbeitsthema wurde schon mal in einem Seminar angesprochen. Dann hat dein Dozent dir bestimmt auch eine Quelle dazu zur Verfügung gestellt.

Dieses Buch oder diesen Artikel, der möglichst aktuell sein sollte, nimmst du jetzt als Grundlage für deine Recherche. Schau in das Literaturverzeichnis deiner Quelle. Dort findest du zahlreiche Bücher und Artikel, die alle dein Hausarbeitsthema behandeln. Oft fallen dir direkt Standardwerke ins Auge, die auch du für deine wissenschaftliche Arbeit gebrauchen kannst. Jetzt schaust du wiederum bei den gefundenen Quellen in die Literaturverzeichnisse. Auf diese Weise vervielfältigt sich deine Literaturliste mit jeder Quelle - genau wie bei einem Schneeball, der zum Schneemann wird.
 


Vorteile des Schneeballprinzips
Diese Recherchemethode eignet sich besonders gut für einen ersten Überblick über die Literatur zu deinem Thema. Du bekommst einen Eindruck, wie viel Literatur es zu deinem bestimmten Thema gibt, und sammelst die relevanten Quellen schnell zusammen. Besonders für Anfängerinnen und Anfänger ist diese Methode ein guter Einstieg, da sie unkompliziert und mit geringerem Rechercheaufwand verbunden ist. Außerdem findest du schnell heraus, welche Quellen die zentralen Standardwerke für dein Thema sind, da sie besonders häufig in den Literaturverzeichnissen anderer Autorinnen und Autoren zu finden sind.

Nachteile des Schneeballsystems
Leider reicht diese eher oberflächliche Art der Recherche selten aus. Wenn du ein spezifisches Werk als Ausgangspunkt nimmst, ist der Blick auf dein Thema vermutlich einseitig, da die Autorin oder der Autor eine bestimmte Auffassung repräsentiert. Außerdem stößt du mit dieser Strategie zwangsläufig nur auf Quellen, die älter sind als das Buch oder der Artikel, mit dem du startest. Das könnte dazu führen, dass du von neueren Erkenntnissen oder Diskussionen zu deinem Thema keine Kenntnisse hast. Darüber hinaus kann es passieren, dass du dich in der Fülle von Literatur verlierst und einfach kein Ende findest, was dich besonders am Anfang des Studiums überfordert.
 


Die systematische Literaturrecherche

Eine Alternative oder auch eine gute Ergänzung zum Schneeballprinzip ist die systematische Literaturrecherche. Bei dieser Strategie nutzt du die Datenbanken deiner Bibliothek für die Suche nach konkreten Schlagwörtern zu deinem Thema. Hast du noch kein Vorwissen, helfen dir grundlegende Nachschlagewerke, das Thema einzuordnen und relevante Stichpunkte herauszufinden. So kannst du besser einschätzen, welche Suchwörter tatsächlich zu den gewünschten Ergebnissen führen. Verschaffe dir im ersten Schritt einen Überblick über die Ergebnisse deiner Suche und schaue im zweiten Schritt nach ganz aktuellen Veröffentlichungen. Damit hast du nicht nur die verfügbare Literatur auf dem Schirm, sondern auch die aktuellen Debatten rund um dein Hausarbeitsthema.
 


Vor- und Nachteile der systematischen Literaturrecherche
Mit dieser Recherchetechnik hast du die Möglichkeit, wirklich alle Veröffentlichungen zu deinem Thema zu finden, da du nicht von einem einzigen Werk als Grundlage ausgehst. Dadurch bekommst du ein neutrales Bild der Literaturlage. Besonders für aktuelle Bücher und Artikel eignet sich diese Methode hervorragend. Das systematische Vorgehen verhindert außerdem, dass du wichtige Quellen übersiehst. Der einzige Nachteil der ausführlicheren systematischen Literaturrecherche ist der damit verbundene Aufwand. Auch wenn diese zeitintensive Suche zuerst abschreckend wirkt, erhältst du damit eine wesentlich umfangreichere und vielfältigere Literatursammlung.

Die Mischung macht's

In der Praxis ist die Kombination beider Recherchemethoden sinnvoll. Für den Anfang reicht eine Literatursuche nach dem Schneeballprinzip aus, um dir einen groben Überblick über die Quellenlage zu verschaffen und relevante Suchwörter herauszufiltern. Für die genauere Suche solltest du dann auf die systematische Literaturrecherche zurückgreifen, mit der du eine größere Bandbreite an Veröffentlichungen findest.
 


Du bist mit deiner Hausarbeit in Verzug oder dich plagt anderer Uni-Stress? Mit dem Stress-Navigator kannst du dich über das Thema informieren oder direkt ein Angebot für dich finden.

Dieser Artikel wird präsentiert von unserem Gesundheitspartner Die Techniker.

RecherchemethodenLiteratursuchewissenschaftliche ArbeitHausarbeitSeminararbeitQuellenLiteraturrecherche

Die Autorin: Hannah Reuter
Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.