Ein Zweitstudium kann sinnvoll sein, um deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern (Foto: Rawpixel.com) Ein Zweitstudium kann sinnvoll sein, um deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern (Foto: Rawpixel.com)
Weiterbildung

Wann ist ein Zweitstudium sinnvoll?

Du bist noch nicht bereit, die Uni hinter dir zu lassen? Wenn du dich nach einem bereits abgeschlossenen Studium erneut für einen gleichwertigen Studiengang einschreibst, handelt es sich dabei um ein Zweitstudium. Für ein Zweitstudium stehen nur maximal drei Prozent der Studienplätze zur Verfügung. Für diese muss man sich bei der Bewerbung ganz schön ins Zeug legen: Neben der Abschlussnote des Erststudiums fließt auch deine persönliche Begründung für das Zweitstudium in die Entscheidung der Hochschule mit ein. Wann lohnt sich ein solcher Aufwand? Pointer erklärt dir, welche Gründe für ein Zweitstudium du geltend machen kannst.
 


1. Anforderung für deinen Traumjob

Wenn das Zweitstudium als Voraussetzung für deinen Traumjob gilt, ist der Fall klar: Du brauchst dieses zusätzliche Studium zwingend für deine berufliche Zukunft und hast damit die perfekte Begründung parat. Diese Verpflichtung zu einem Zweitstudium gibt es allerdings in Deutschland nur bei sehr wenigen Berufen. Dazu gehören zum Beispiel Kieferchirurgen, die sowohl Medizin als auch Zahnmedizin studieren müssen. In dieser Situation hast du die besten Chancen auf die Zulassung zum Zweitstudium. Oft ist ein weiteres Studium jedoch nicht zwingend notwendig, weshalb dir für deine Begründung nur die folgenden Erklärungen weiterhelfen können.

2. Andere berufliche Ziele

Weniger aussichtsreich, aber auf jeden Fall dennoch einen Versuch wert, ist die Begründung mit einer sinnvollen beruflichen Weiterentwicklung. In vielen Berufen sind breitgefächerte Kenntnisse hilfreich, um dich im Bewerbungsprozess von der Konkurrenz abzuheben. Argumentiere wenn möglich damit, dass in der Branche ein Zweitstudium üblich ist. Wenn sich das Zweitstudium in einem ähnlichen Themengebiet bewegt wie dein erstes Studium, kannst du versuchen, es als eine sinnvolle Ergänzung zu deiner bisherigen Ausbildung darzustellen. Betone dabei unbedingt, dass du damit deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hättest, weil du deine Qualifikation sinnvoll erweiterst. In diesem Fall kannst du bei der Bewerbung besondere berufliche Gründe geltend machen.
 


3. Keine berufliche Perspektive

In den Jahren deines ersten Studiums kann viel passieren. Du entwickelst dich weiter und entdeckst andere Berufsfelder, die dich interessieren. Doch nicht nur deine Interessen können sich in den Jahren deines ersten Studiums verändern. Auch der Arbeitsmarkt steht nicht still. Sollte sich nach deinem ersten Abschluss herausstellen, dass Fachkräfte in deinem Bereich gar nicht mehr so gefragt sind, kannst du versuchen, diese fehlende berufliche Perspektive als Begründung für ein Zweitstudium geltend zu machen. Auch eine grundlegende Neuorientierung ist möglich. Wenn das Zweitstudium keine sinnvolle Ergänzung deines ersten Studiums darstellt, kannst du allerdings bei deinem Antrag nur sonstige berufliche Gründe angeben, was deine Chancen auf eine Zulassung verringert.

4. Tätigkeit in der Forschung

Bei einer angestrebten Tätigkeit in der Wissenschaft ist häufig ein Zweitstudium sinnvoll. In diesem Fall kannst du die Notwendigkeit eines Zweitstudiums mit wissenschaftlichen Gründen belegen. Diese Gründe kannst du jedoch nur geltend machen, wenn du zuvor bereits in der Forschung gearbeitet hast - der Berufswunsch allein reicht nicht aus. Nachweise über bereits erbrachte wissenschaftliche Leistungen verbessern deine Chancen erheblich. Im besten Fall kannst du argumentieren, dass deine Forschung von einer interdisziplinären Perspektive profitieren würde. Damit hebst du den Mehrwert eines Zweitstudiums für deine wissenschaftlichen Ambitionen hervor.
 


5. Wunsch nach Weiterbildung

Der Wunsch, deine Kenntnisse aus rein persönlichem Interesse heraus zu erweitern, ist aus deiner Sicht bestimmt ein sinnvoller Grund für ein Zweitstudium. Leider wird diese Begründung in der Regel von Hochschulen nicht anerkannt. Ohne einen triftigen Grund solltest du deinen Plan lieber nochmal überdenken. Denn neben den strengen Zulassungsverfahren erschwert dir auch die Frage der Finanzierung das Zweitstudium. In den meisten Fällen erhältst du kein BAföG und auch Stipendien sind in diesem Bereich sehr selten. Außerdem solltest du dich darüber informieren, ob in deinem Bundesland Gebühren für ein Zweitstudium erhoben werden. Solche Ausgaben können dich in dieser ohnehin finanziell schwierigen Zeit zusätzlich belasten. In einer solchen Situation solltest du in Erwägung ziehen, dich auf anderem Weg, zum Beispiel über Workshops, Fortbildungen oder private Seminare weiterzubilden.

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Die Autorin: Hannah Reuter
Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.