Laut einer psychologischen Studie ist das Umweltbewusstsein im ersten Lockdown gestiegen (Photo by Dan Russo on Unsplash) Laut einer psychologischen Studie ist das Umweltbewusstsein im ersten Lockdown gestiegen (Photo by Dan Russo on Unsplash)
Studie

Umweltbewusstsein ist in der Pandemie gestiegen

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie befinden sich Menschen verstärkt in einem sozialen Dilemma. Jeder muss zwischen eigenen Motiven und den Interessen der Allgemeinheit abwägen. Ob dies eher egoistisches oder solidarisches Denken und Handeln fördert, haben nun Wissenschaftler untersucht. Das Ergebnis: Das Umweltbewusstsein stieg und Vorurteile gegenüber geflüchteten Menschen nahmen ab. Das psychische Befinden verschlechterte sich.
 


Dr. Bastian Schiller vom Institut für Psychologie der Uni Freiburg hat herausgefunden, dass der Corona-bedingte Lokdown das psychische Wohlbefinden der Menschen verschlechterte (Foto: Alex & Alfred Fotographie/Bastian Schiller)Dr. Bastian Schiller vom Institut für Psychologie der Uni Freiburg hat herausgefunden, dass der Corona-bedingte Lokdown das psychische Wohlbefinden der Menschen verschlechterte (Foto: Alex & Alfred Fotographie/Bastian Schiller)
Dr. Bastian Schiller, Daniel Toensing, Tobias Kleinert und Prof. Dr. Markus Heinrichs vom Institut für Psychologie der Universität Freiburg werteten gemeinsam mit Prof. Dr. Robert Böhm von der Universität Kopenhagen eine Befragung zu psychischem Befinden, Umweltbewusstsein und Vorurteilen gegenüber Fremden aus. Dazu waren 140 in Deutschland lebenden Männer vor und während des ersten Lockdowns befragt worden. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Environment and Behavior".

Demnach führte der Lockdown im Frühjahr 2020 im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie zu einer Verschlechterung des psychischen Befindens. Die Befragten waren ängstlicher und niedergeschlagener. "Wir sehen klare Hinweise auf kurzfristige negative Effekte der Pandemiemaßnahmen auf das psychische Wohlbefinden, die sich möglicherweise auch langfristig auswirken können", sagt Bastian Schiller laut Pressemitteilung der Uni Freiburg. Dagegen stieg ihr Umweltbewusstsein und insbesondere der Glaube an die Verwundbarkeit des Ökosystems.

Zudem berichteten die Befragten über weniger Vorurteile gegenüber geflüchteten Menschen. "Es scheint also auch positive Transfereffekte auf unsere Einstellungen zu weiteren globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel und der Geflüchtetensituation zu geben", so Schiller weiter. Heinrichs ergänzt: "Diese Ergebnisse sollten die politisch Handelnden ermutigen, dass das weltweite gemeinsame Vorgehen in Zeiten von Covid-19 neue Chancen bietet, jetzt auch globale Maßnahmen angesichts einer gestiegenen Offenheit für die Themen Klimaschutz und Migration anzugehen."
 

[PA]

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