Die Zeit der Abschlussarbeit ist eine der stressigsten Phasen des Studiums. Pointer erklärt, wie du die Nerven behältst (Foto: Rawpixel.com) Die Zeit der Abschlussarbeit ist eine der stressigsten Phasen des Studiums. Pointer erklärt, wie du die Nerven behältst (Foto: Rawpixel.com)
Stress zum Ende des Studiums

Angst vor der Abschlussarbeit: Das kannst du tun

Prüfungsstress ist unsere ganze Jugend über allgegenwärtig. Wenn wir allerdings den Schulabschluss und die meisten Prüfungsleistungen des Studiengangs gemeistert haben, erreichen wir mit der nahenden Abschlussarbeit schnell ein ganz neues Level von Panik. Wenn die Angst aufkommt, schieben wir die Arbeit oft auf. Dadurch entwickelt sich noch mehr Angst. Dieser Kreislauf kann so schlimm werden, dass Studierende aufhören, gut zu schlafen, und nur noch grübeln. Druck von außen kann das Problem verschlimmern. Was steckt hinter diesem Gefühl und wie kann man die Angst besiegen? Pointer gibt dir Hilfestellung.
 


Schritt 1: Finde den Grund für deine Angst

Um dem Problem an den Kragen zu gehen, gilt es zunächst, nach den Ursachen zu suchen. Schließlich ist jeder Studi anders, und auch das Studienfach kann Einfluss haben. Nur wenn du weißt, weshalb du Angst hast, kannst du auch etwas gegen sie unternehmen.

Die einen stressen sich durch Perfektionismus und erwarten viel zu viel von sich selbst. Jeder Satz soll sofort druckreif sein. So stellt sich entweder schnell Enttäuschung ein oder man hat Probleme damit, überhaupt anzufangen. Andere wiederum leiden unter dem Druck ihres Umfeldes: Die Eltern wollen vielleicht keine andere Note als ein "sehr gut" akzeptieren. Ständig betonen Dozenten und Professorinnen, wie aussichtslos eine Bewerbung mit einer schlechten Note ist. Das zerrt an den Nerven und lässt das Stresslevel steigen. Oft hat die Angst vor der Abschlussarbeit auch mit schlechten Erfahrungen im Studium zu tun. "Ich war noch nie so gut im Schreiben. Auch die Hausarbeiten habe ich meistens nur gerade eben geschafft. Wie sollte eine Bachelorarbeit da gelingen?", fragen sie sich.
 


Hast du dich in einem dieser Typen wiedergefunden? Wenn du beispielsweise weißt, dass dein Perfektionismus dich ausbremst, kannst du üben, drauflos zu schreiben und das Geschriebene später zu überarbeiten. So merkst du schon bald, dass nicht jedes Detail sofort perfekt sein muss. Wenn du wegen Versagensängsten prokrastinierst oder dein Umfeld dich unter Druck setzt, hilft am besten ein guter Plan, der deiner Arbeit mehr Struktur und dir Sicherheit gibt.
 


Schritt 2: Erstelle einen Plan

Um deine Angst zu besiegen, brauchst du einen Schlachtplan, um Stück für Stück ans Ziel zu kommen. Die kleinen und großen Erfolgserlebnisse auf dem Weg geben dir zusätzlich Motivation. Die Abschlussarbeit lässt sich in sechs verschiedene Phasen einteilen: Ganz am Anfang steht die Organisation. Dazu musst du zunächst einige Fragen beantworten: Wann muss ich meine Arbeit anmelden, welche Prüfungen muss ich vorher bestanden haben? Spätestens ein Semester vor der geplanten Arbeit solltest du darauf eine Antwort haben. Dann erst kannst du dich an den weiteren Meilensteinen entlang hangeln.

Nach der Organisation kommt die Phase der Themenfindung. Spätestens gegen Ende der Semesterferien, die vor dem Abschlusssemester liegen, solltest du eine Ahnung haben, worüber du schreiben willst. Nur wenn dich das Thema interessiert, spornt es dich auch an. Wenn du noch gar keine Idee hast, gehst du bei der Suche am besten systematisch vor. Zu Anfang hilft die Frage: Welcher Themenbereich aus meinen Studium interessiert mich besonders? Welche Seminare haben mir Spaß gemacht? Danach schaust du, welche Professorinnen und Professoren in diesem Bereich lehren und was sie dazu veröffentlicht haben. Nachdem du die ersten Themenvorschläge entwickelt hast, kontaktierst du mögliche Betreuer. Hier zählt der erste Eindruck! Eine förmliche E-Mail mit Vorstellung der eigenen Person und der Themenideen kommt meistens gut an.
 


In der darauf folgenden Recherche-Phase musst du dein Thema weiter eingrenzen. Verschaffe dir also einen Überblick über die Literatur und den aktuellen Stand der Forschung. Um nicht wahllos Bücher in der Bibliothek suchen zu müssen, hilft es, den Betreuer nach seinen Empfehlungen zu fragen. Dieser nennt meistens die Grundwerke, die bei der Bearbeitung deines Themas nicht fehlen dürfen.

Danach folgt die offizielle Anmeldung der Abschlussarbeit. Mit dem feststehenden Abgabedatum im Kalender solltest du jetzt einen detaillierteren Schreibplan entwickeln. Im fünften Schritt steht das eigentliche Schreiben an - davor fürchten sich die meisten. Jetzt startet die heiße Phase im letzten Semester. Beim Schreiben beginnst du übrigens direkt mit dem Hauptteil. Die Einleitung, in der man seine Methode und das Vorgehen vorstellt, schreibt man erst zum Schluss, ebenso das Fazit. Im Schlussteil kommt es gut an, Ansätze für weitere wissenschaftliche Untersuchungen anzureißen, die über deine Arbeit hinausgehen. In dieser Phase brauchst du eine gute Routine, um nicht wieder in Panik auszubrechen. Auch hier gilt: Die Arbeit in kleine Portionen aufteilen, jeden Tag ein bisschen tun. Am besten legst du genaue Zeiten fest, in denen du schreibst. Vergiss aber nicht, auch den Feierabend einzuplanen. Wertvolle Tipps zu erfolgreichem Zeitmanagement findest du hier.
 


Nun ist ein Großteil der Arbeit geschafft. Aber auch für die Korrektur-Phase solltest du einen zeitlichen Puffer einplanen. Lasse deine Arbeit am besten von zwei Menschen gegenlesen. Suche dir idealerweise eine Person, die besonders auf Rechtschreibung und Grammatik achtet, und eine Person, die sich auch in deinem Themengebiet auskennt und daher ebenfalls inhaltliche Fehler erkennt. Auch das Formatieren der Arbeit schluckt viel Zeit.
 


Schritt 3: Nimm Hilfe an!

Trotz des besten Plans können dich in den verschiedenen Phasen noch Ängste und Zweifel plagen: Wenn du fachlichen Rat benötigst, dann trau dich, deinen Betreuer anzusprechen. Für diese Fragen ist er schließlich da und Experte in deinem Thema ist er obendrein. Oft werden komplizierte Zusammenhänge im Gespräch gleich viel klarer.
 


Auch deine Kommilitonen, von denen einige in der gleichen Lage stecken wie du, haben sicherlich Ratschläge aus ihrer Erfahrung für dich parat. Wenn der Druck allerdings zu groß wird und du an nichts anderes als deine Abschlussarbeit denken kannst, ist es auch möglich, dich zum Beispiel an die psychosoziale oder psychologische Beratungsstelle deiner Uni zu wenden. Dort gibt es kostenlose Gesprächsangebote. Manchmal reicht es schon, mal mit jemandem zu reden, der einen objektiven Blick von außen auf die Situation wirft und dir einen Rat und neue Impulse gibt. Die psychologische oder psychosoziale Beratung an den Hochschulen ersetzt allerdings keine Langzeittherapie.
 


Schritt 4: Verbiete dir deine Freizeitaktivitäten nicht

Sich in sein WG-Zimmer einschließen, das Handy ausschalten und solange auf den Laptop starren, bis die Arbeit geschrieben ist – ist das die richtige Strategie? Nein, sagen Experten. Denn das macht dich nicht produktiver, sondern frustrierter und ängstlicher. Du brauchst einen Ausgleich zum stundenlangen Schreiben. Freunde treffen, Sport treiben und abends eine Serie gucken: All das darfst du dir gönnen und entsprechend einplanen. Bis zwei Uhr nachts feiern zu gehen, ist allerdings keine gute Idee, wenn du am nächsten Tag früh aufstehen willst, um in die Bib zu gehen. Du musst selber eine Balance finden, die dir gut tut.
 

Dieser Artikel wird präsentiert von unserem Gesundheitspartner Die Techniker.

Bachelorarbeit schreibenBachelorarbeit Angst durchzufallenBachelorarbeit VerzweiflungMasterarbeit TippsMasterarbeit HilfeStolpersteine BachelorarbeitTipps für deine Abschlussarbeitwissenschaftliches Schreiben verbessernProbleme beim Schreiben überwindenAufbaue einer Bachelorarbeit

Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.