Der Wechsel vom Studium ins Berufsleben ist eine Schwelle, die mit Veränderungen und Unsicherheiten einhergeht. Pointer hat Tipps gegen die Angst (Foto: Icons8 Team/Unsplash.com) Der Wechsel vom Studium ins Berufsleben ist eine Schwelle, die mit Veränderungen und Unsicherheiten einhergeht. Pointer hat Tipps gegen die Angst (Foto: Icons8 Team/Unsplash.com)
In fünf Schritten gegen die Panik

Angst vor dem Abschluss?

Das Studium ist eine prägende Zeit: Viele ziehen vom Elternhaus in eine neue Stadt, finden neue Freunde und stürzen sich voller Begeisterung in ihr Studienfach. Aber was passiert, wenn sich das Uni-Leben dem Ende zuneigt? Wenn die Abgabe der Abschlussarbeit oder die letzte Prüfung anstehen, beschleicht einige Studis ein mulmiges Gefühl der Orientierungslosigkeit. Diese Phase zwischen Ausbildung und Beruf wird oft als "Quarter Life Crisis" bezeichnet. Fühlst du dich noch gar nicht bereit, die Uni hinter dir zu lassen und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen? Das ist ganz normal, denn Angst gehört zum Leben. Doch wenn sie zum lähmenden Dauerzustand wird, sollte man sich näher mit ihr befassen. Pointer hat einen Anti-Angst-Plan in fünf Schritten zusammengestellt.
 


Schritt 1: Mach' dir bewusst, dass deine Gefühle normal sind

Der Wechsel vom Studium ins Berufsleben ist eine Schwelle, die mit Veränderungen und damit auch mit Unsicherheiten einhergeht. Da kann es vollkommen normal sein, Ängste zu haben. "Jeder Mensch muss im Laufe seines Lebens bestimmte Entwicklungsaufgaben bewältigen, je nach Aufgabe fällt dem einen das leichter, dem anderen schwerer", sagt Psychotherapeut Michael Cuagly, der an der FU Berlin Studenten psychologisch berät, im Gespräch mit der Techniker Krankenkasse (TK). Das Gefühl zu akzeptieren und nicht direkt wegzuschieben, ist der erste Schritt.
 


Schritt 2: Setze dich mit deiner Angst auseinander

Nun sieh dir deine Angstgefühle genauer an. Wovor fürchtest du dich? Cuagly empfiehlt, sich diese Gedanken zu notieren. Stehen die Befürchtungen schwarz auf weiß vor dir, dann wirken sie besser bewältigbar und du musst ihnen nicht die Kontrolle über dein Leben überlassen. Auf diese Weise ist bald wieder Platz für andere, positivere Gedanken. Mehr Tipps vom Psychologen findest du hier.
 


Schritt 3: Verzichte auf Vermeidungsstrategien

Wer sich nicht mit seiner Angst auseinandersetzen will, verliert sich oft in Vermeidungsstrategien: Dazu gehört zum Beispiel das Aufschieben wichtiger Uni-Aufgaben, um sich nicht mit dem nahenden Studienende beschäftigen zu müssen. Vielleicht fürchtest du dich aber auch davor, dir bald einen Job suchen zu müssen, und schaust dich auf dem Stellenmarkt gar nicht erst um. Stattdessen hast du unter Umständen deinen Fokus auf den Nebenjob oder Hobbys gelegt, um dich den Unsicherheiten des neuen Lebensabschnitts nicht stellen zu müssen. Hier kann es helfen, mit einem Plan gewisse Tage oder Zeitfenster in der Woche zu definieren, in denen du zum Lernen in die Bib gehst oder die Job-Angebote im Internet durchforstest und Bewerbungen schreibst. So verlierst du deine Ziele nicht aus den Augen und deine Panik vor der Zukunft wird nicht noch zusätzlich gesteigert.
 


Schritt 4: Bereite dich auf das Tief vor

Wer wochen- und monatelang eine Prüfung nach der anderen geschrieben hat und immer unter Anspannung stand, fällt manchmal nach der Prüfungsphase in ein Tief. Dann kann man sich nicht aufraffen, will schlafen und nur noch im Bett bleiben und Serien schauen – aber keinesfalls auf Jobsuche gehen. Das ist in Ordnung. Denn es zeigt, dass dein Körper mal eine Pause braucht, die du ihm nach der enorm stressigen Phase ruhig einräumen darfst.

Wenn du jetzt befürchtest, dass diese Phase zu lang wird, kannst du dem vorbeugen, indem du schon vor Beginn der Prüfungsphase Vorkehrungen triffst. Du kannst deine Bewerbungsunterlagen bereits in den Monaten zuvor auf den neusten Stand bringen und an Beratungsstellen der Uni oder der Arbeitsagentur überprüfen lassen oder dich über Alternativen informieren. Dann ist der erste Schritt nach den Prüfungen in Richtung Berufseinstieg schon vorbereitet und das Bewerben wirkt nicht mehr überwältigend auf dich.
 


Schritt 5: Sprich über deine Gefühle

Es ist jetzt zudem wichtig, dass du deine Unsicherheiten nicht versteckst. Deine Kommilitonen haben sicherlich gerade ähnliche Sorgen wie du. Also tauscht euch aus! Wenn deine Gefühle allerdings übermächtig werden und du nicht mehr weiter weißt, ist dein Hausarzt zunächst der richtige Ansprechpartner. Wenn bei dir eine Depression diagnostiziert wird, kann auch der TK-DepressionsCoach helfen, die Symptome zu lindern. Manchmal reichen gegen die Angst sogar schon wenige Gespräche bei der psychologischen Beratungsstelle der Universität. Manchmal braucht es eine längere Verhaltenstherapie. Aber einen Ausweg aus der Krise gibt es immer, sagt Psychologe Cuagly.
 

Dieser Artikel wird präsentiert von unserem Gesundheitspartner Die Techniker.

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Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.