Dein Arbeitsplatz versinkt im Chaos? Mit dieser Methode aus Japan schaffst du wieder Ordnung. Pointer erklärt, wie das funktioniert (Foto: Rich Tervet/Unsplash.com) Dein Arbeitsplatz versinkt im Chaos? Mit dieser Methode aus Japan schaffst du wieder Ordnung. Pointer erklärt, wie das funktioniert (Foto: Rich Tervet/Unsplash.com)
Trend aus Japan

Den Arbeitsplatz organisieren mit der 5S-Methode

Kennst du das? Bevor du mit dem Schreiben der Hausarbeit anfangen kannst, musst du erst einmal den Schreibtisch von herumfliegenden Handouts, Büchern und leeren Kaffeetassen befreien. Und ehe du dich versiehst, ist schon eine halbe Stunde vergangen. Ein unaufgeräumter Arbeitsplatz frisst jeden Tag unnötig viel Zeit. Es gibt eine einfache Lösung: die 5S-Methode aus Japan. Hinter jedem S verbirgt sich ein Schritt, der zur Entrümpelung deines Lebens führen soll.

Die 5S-Methode entstand in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Eingeführt wurde sie ursprünglich als ein innovatives Produktionssystem für den Automobilhersteller Toyota. Das Unternehmen war damals gezwungen, unter schlechten Bedingungen mit wenigen Ressourcen zu arbeiten. Mit der 5S-Methode wurden der Produktionsprozess verbessert und die Verluste von Material oder Werkzeug minimiert. Pointer erklärt, wie du die Methode auf deinen Studentenschreibtisch anwendest.
 


Seiri

Wenn du an einem Ort arbeitest, an dem Gegenstände herumliegen, fällt es dir schwer, dich zu konzentrieren. "Seiri" bedeutet, dass du dich sich von all den Sachen trennst, die dich ablenken und deine Zeit verschwenden. Sortiere dazu die Dinge auf deinem Schreibtisch zunächst in Kategorien.
 


Seiton

Wenn man alles sortiert hat, muss man wieder aufräumen. Dazu solltest du dich nun fragen, ob jeder Gegenstand am Arbeitsplatz notwendig ist. Die Gegenstände, die nützlich sind und dir bei der Arbeit helfen, solltest du griffbereit platzieren. Dinge, die du seltener benutzt, kannst du weiter weg in einer Schublade verstauen, sodass sie keinen Platz auf dem Schreibtisch wegnehmen. Bei "Seiton" geht es vor allem darum, ein System zu haben, damit man keine Zeit mit der Suche nach dem, was man braucht, verschwendet.

Seiso

Nun ist es an der Zeit, aufzuräumen. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz hilft dir, motiviert und konzentriert zu arbeiten. Beseitige also Müll, Schmutz und Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden und nur Platz wegnehmen. Wenn der Schreibtisch komplett leer ist, wische ihn einmal komplett ab und reinige die Schubladen.
 


Seiketsu

Bei diesem Schritt geht es darum, bestimmte Dinge zu beschleunigen und Probleme oder Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Zu diesem Zweck entwickelst du Strategien, die sich wiederholen. Es geht darum, einen Punkt zu erreichen, an dem du Aufgaben automatisch erledigst, ohne viel nachdenken zu müssen oder Zeit zu verlieren. Du kannst zum Beispiel jeden Abend deine To-do-Liste sichtbar am Arbeitsplatz platzieren, sodass du morgens direkt mit der ersten Aufgabe beginnst, ohne abgelenkt zu werden. Hier geht es nicht nur um deinen Schreibtisch: Du solltest auch ein System auf deinem Desktop am Laptop entwickeln, das übersichtlich ist und dir erlaubt, sofort alle wichtigen Dateien zu finden.

Nicht nur dein unaufgeräumter Arbeitsplatz kann deinem Wohlbefinden beim Lernen schaden. Eine falsche Haltung am Schreibtisch führt zu Schmerzen in den Schultern, im Nacken und im Rücken.
 


Shitsuke

Wiederholung ist der Schlüssel zum Erfolg: Die beste Methode taugt nichts, wenn man sie einen Tag lang "duchzieht" und danach alles vergisst. Dann kehren die Unordnung und das schlechte Gewissen schnell zurück. Beim letzten Schritt, "Shitsuke", geht es um Selbstdisziplin und die konsequente Einhaltung von Ordnung, Sauberkeit und den einzelnen Schritten. So ersparst du dir Stress und legst schlechte Gewohnheiten nach und nach ab.
 

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Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.