Bei der Gruppenarbeit kommt es schnell zu Stress und Streit. Pointer erklärt, wie du Konflikte löst (Foto: Surface/Unsplash.com) Bei der Gruppenarbeit kommt es schnell zu Stress und Streit. Pointer erklärt, wie du Konflikte löst (Foto: Surface/Unsplash.com)
Tipps bei Stress

Konflikte bei der Gruppenarbeit und wie du sie löst

Manche ächzen bereits, wenn sie nur das Wort hören: "Gruppenarbeit". Doch sie gehört zum Studienalltag, ob man sie mag oder nicht. Ob für ein Referat, eine Aufgabe im Seminar oder ein Langzeitprojekt: Arbeit im Team ist im Studium gang und gäbe. Und doch gibt es immer wieder Stress und Streit: Wer macht was und wie viel? Wann trifft man sich zur Vorbereitung? Und wie sollen die Arbeitsergebnisse aussehen? Pointer erklärt, wie du diese Fragen klärst und Konflikte löst.

Mitglieder übernehmen ihren Anteil nicht

Eine typische Situation in der Gruppenarbeit: Als erstes soll die Workload aufgeteilt werden. Und während die einen begeistert ihre Mithilfe anbieten, sind andere still oder äußern: "Ich mache einfach das, was übrig bleibt." Oft bleibt so die ganze Arbeit an ein paar Leuten hängen, während sich der Rest der Gruppe auf die faule Haut legen kann. Das ist besonders für die stressig, die alleine quasi die Aufgaben von mehreren Personen übernehmen müssen. Gleichzeitig kommt es auch vor, dass Übereifrige schnell bestimmte Aufgaben an sich reißen und die anderen mit den restlichen To-dos zu tun haben.
 


Die Lösung:Eine faire Arbeitsteilung ist hier das A und O. Wichtig ist aber auch, dass sich jedes Gruppenmitglied individuell mit den Lerninhalten befasst. Zu Beginn ist deshalb eine kurze Kennenlern- und Teambuilding-Phase sinnvoll. In der klärt man, wer welche Kompetenzen und Vorstellungen mitbringt. Erst dann solltet ihr euch über die gestellte Aufgabe verständigen und diskutieren, welche Teilschritte zu erfüllen sind und wer für was am besten geeignet ist.

Bei den Menschen, die bei der Aufteilung nicht direkt "hier" schreien, steckt laut Pädagogin Silke Frank in den meisten Fällen keine böse Absicht dahinter. "Meist hat das vermeintliche Faulenzen mit Überforderung oder sogar Versagensängsten zu tun, die nur wie Faulheit oder Ignoranz aussehen", sagt Frank gegenüber dem "Spiegel". In diesem Fall hilft konkretes Nachfragen, mit welcher Aufgabe sich die betreffende Person am ehesten anfreunden kann.

Zeit-Stress

Der Terminkalender von Studierenden ist gerade gegen Ende des Semesters mit Abgaben, Prüfungen und Lern-Sessions vollgepackt. Umso schwieriger ist es, genug Zeit zu finden, um die Inhalte der Gruppenarbeit vorzubereiten und sich mit seinen Gruppenmitgliedern zu treffen. Besonders, weil jeder aus dem Team einen anderen Zeitplan hat.
 


Die Lösung:Ganz wichtig für die Zeitplanung ist es, sich zu Beginn der Gruppenarbeit einen Überblick über den Stoff zu verschaffen und eine gemeinsame Zeitplanung zu bewerkstelligen. Das "ALPEN"-Zeitmanagement kann dabei helfen, die Aufgaben zu strukturieren:
A = Aufgaben definieren
L = Länge der Bearbeitungszeit festlegen
P = Pufferzeiten miteinberechnen
E = Entscheidung über Prioritäten treffen
N = Nachkontrollen durchführen

Viele Studenten tendieren außerdem dazu, das Projekt erst auf den letzten Drücker fertigzustellen, wenn die Deadline bereits sehr nahe ist. Das kann man verhindern, indem man Meilensteine festlegt – also Teilziele, die man in den Zeitplan integriert. Verständigt euch also darüber, wann ihr euch über den Fortschritt eurer Arbeit austauschen wollt. So vermeidet ihr auch unnötigen Stress am Tag der Abgabe.

Absprachen werden nicht abgehalten

Bei all den Vorkehrungen, die du an diesem Punkt getroffen hast, kann es trotzdem sein, dass die Absprachen von manchen Gruppenmitgliedern nicht eingehalten werden. Es kann passieren, dass einige Aufgaben zu spät fertig sind und Treffen vergessen werden. Oder manche Teilnehmer reagieren gar nicht mehr auf Nachrichten. Was kannst du jetzt tun?
 


Die Lösung: Die Lösung sind klare Absprachen. Zur Vermeidung von Spannungen solltet ihr Termine für Treffen direkt festhalten und lieber doppelt checken, ob jeder verstanden hat, welche Aufgabe er zu bearbeiten habt. Bei Präsentationen sollte ohnehin jeder den Teil vorstellen, den er bearbeitet hat. Häufig bekommt ihr dann auch eine individuelle Note, die eure eigene Leistung korrekt einschätzt. Wenn die Probleme bei der Gruppenarbeit allerdings dazu führen, dass die Qualität deiner eigenen Arbeit darunter leidet, solltest du das Gespräch mit der Dozentin oder dem Dozenten suchen und die Lage schildern. Keine Angst, das macht dich nicht zu einer "Petze". Schließlich musst du darauf achten, dass du dich nicht übernimmst und eine faire Note für das Projekt bekommst.

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Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.